Youtube-Stars Y-Titty hören auf

Freitag, 11. Dezember 2015
Matthias Roll, Oguz Yilmaz und Philipp Laude alias Y-Titty trennen sich
Matthias Roll, Oguz Yilmaz und Philipp Laude alias Y-Titty trennen sich
Foto: Mediakraft

Sie waren mit die ersten wirklichen Youtube-Stars aus Deutschland: Y-Titty, 2006 gegründet, haben mit einem halb ironischen, halb ernsten Video das Ende ihrer gemeinsamen Youtube-Karriere bekannt gegeben. Fans der dreiköpfigen Gruppe, deren Hauptkanal bei Youtube von mehr als 3,1 Millionen Nutzern abonniert wird, hatten bereits seit längerem über das Aus von Y-Titty spekuliert.
Der Grund: Philipp Laude, Matthias Roll und Oğuz Yılmaz, wie die Mitglieder im wirklichen Leben heißen, hatten sich auf ihrem Hauptkanal auf Youtube zuletzt sehr rar gemacht. In den sozialen Medien schürten Y-Titty die Gerüchte mit mysteriösen Tweets und Postings, die stets den Hashtag #endlich enthielten. Gleichzeitig riefen sie ihre Fans und Follower dazu auf, am 11. Dezember um 16 Uhr auf ihrem Kanal und sozialen Präsenzen vorbeizuschauen. Just zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Y-Titty ein Musikvideo mit dem Titel "#endlich", in dem sie das Ende der Gruppe bekannt geben. Aus dem mit vielen ironischen Anmerkungen gespickten Song wird nicht sofort ersichtlich, ob die Jungs es wirklich ernst meinen. Spätestens am Ende des fünfminütigen Videos herrscht jedoch Klarheit: Dann nämlich wird der Zuschauer auf ein weiteres Video hingewiesen, in dem Y-Titty noch einmal unmissverständlich klarmachen: "Es ist vorbei". Alle Mitglieder seien sich inzwischen im Klaren darüber, wohin ihre Wege gehen sollten. Und die Wege würden sich, so viel stehe dest, trennen.


In ihrem Musikvideo lassen Y-Titty anklingen, dass die jüngsten Entwicklungen in der Youtuber-Szene bei ihrem Entschluss eine Rolle gespielt haben: "Heute geht's nur noch um Kohle, Klicks und Schminki-Schminki", säuselt Leadsänger Philipp Laude. Eine Anspielung auf die zunehmende Vermarktung von so genannten Social Influencern und den großen Erfolg von Youtubern wie Bibis Beauty Palace, die vor allem mit Schminktipps großen Erfolg haben.

Dabei sind sich Y-Titty, die von dem Multichannel Netzwerk Mediakraft vermarktet wurden, durchaus bewusst, dass Youtuber ohne die Unterstützung der Werbeindustrie kaum überleben können. Noch vor wenigen Tagen erklärte Y-Titty-Mitglied Oguz Yilmaz im Interview HORIZONT Online: "Ich behaupte, dass allein von den Youtube-Werbeeinahmen und ohne Product Placement keiner in Deutschland dauerhaft überleben kann." Y-Titty selbst arbeitete bereits relativ früh mit bekannten Marken zusammen. Zu den Partnern der Videomacher zählten Coca-Cola, Samsung und Electronic Arts.
Oguz Yilmaz
Bild: Yilmaz

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Dass derartige Markenpartnerschaften auch problematisch sein können, mussten Y-Titty im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren: Im Frühjahr 2014 warf eine Reportage der SWR-Reihe Report Mainz den Youtubern und Mediakraft vor, ihre kommerzielle Zusammenarbeit mit Marken auf dem Kanal nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet zu haben. Mediakraft wies die Vorwürfe seinerzeit zurück. Im Interview mit HORIZONT Online beklagte Yilmaz, dass unter Youtubern bei diesem Thema bis heute Unsicherheit bestehe: "Wir haben versucht, uns an Regeln zu halten, die es eigentlich gar nicht gibt - bis heute nicht." ire

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