Youtube Gericht stuft Gema-Sperrhinweis als rechtswidrig ein

Dienstag, 25. Februar 2014
Statt Musikvideos findet sich auf Youtube des Öfteren dieser Hinweis (Bild: Screenhsot Youtube.com)
Statt Musikvideos findet sich auf Youtube des Öfteren dieser Hinweis (Bild: Screenhsot Youtube.com)


"Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt wurden. Das tut uns leid." Dieser Satz und das darunter erscheinende zerknirscht dreinblickende Emoticon dürfte vielen deutschen Youtube-Nutzern bekannt sein. Ob es die Grafik noch lange gibt, ist allerdings fraglich: Das Landgericht München hat die Gema-Sperrtafel auf Youtube als rechtswidrig eingestuft. Der Text sei dem Gericht zufolge eine "absolut verzerrte Darstellung der rechtlichen Auseinandersetzung zwischen den Parteien zu Lasten der Gema", wodurch die Gema herabgewürdigt und angeschwärzt werde, heißt es in einer Mitteilung der Verwertungsgesellschaft. Der Text erwecke bei den Nutzern den falschen Eindruck, die Gema sei für die Sperrungen der Videos verantwortlich, obwohl diese von Youtube selbst vorgenommen würden. Die Gema befindet sich seit einigen Jahren in zähen Verhandlungen mit Googles Bewegtbildplattform über Lizenzzahlungen für Musikstücke.

"Die Entscheidung ist ein wichtiges und positives Signal an die Musikurheber", sagt der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker. "Es ist nicht die Gema, die den Musikgenuss im Internet verhindert. Sie will lediglich Youtube lizenzieren, so wie alle anderen Musikportale. Uns geht es darum, dass die Urheber an der wirtschaftlichen Verwertung ihrer Werke partizipieren und ihren Lebensunterhalt auch in Zukunft bestreiten können."

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, sodass Google in die nächste Instanz gehen kann. "Wir müssen die Urteilsbegründung prüfen, bevor wir eine Entscheidung über unser weiteres Vorgehen treffen können", so ein Google-Sprecher laut Spiegel Online. Die Gema hatte bereits zu Beginn des vergangenen Jahres beim Landgericht München eine Unterlassungsklage gegen die Gema-Sperrtafeln bei Youtube eingereicht. ire
Meist gelesen
stats