"Xtra" DuMont startet neue Tageszeitung in Köln

Montag, 20. Oktober 2014
Ein Blick auf eine der ersten Testausgabe der Nachmittagszeitung "Xtra", die ab Donnerstag an Kölner Kiosken erhältlich sein wird
Ein Blick auf eine der ersten Testausgabe der Nachmittagszeitung "Xtra", die ab Donnerstag an Kölner Kiosken erhältlich sein wird
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MDS Carsten Fiedler Christoph Bauer Havas


Ist es Konsequenz, Mut – oder einfach nur Wahnsinn? Um in der heutigen Zeit eine neue Tageszeitung zu starten, braucht es wohl von allem etwas. "Xtra" heißt der Dreiklang bei M. DuMont Schauberg ("Kölner Stadt-Anzeiger", "Express", "Berliner Zeitung"): Ab kommenden Donnerstag will die Mediengruppe damit montags bis freitags um 15.30 Uhr junge Leser für Kölner Themen begeistern.

Knapp vier Wochen ist es her, dass Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender von M. DuMont Schauberg (MDS), neben diversen internen Umstrukturierungen die "Perspektive Wachstum" für das Kölner Traditionsunternehmen ausgegeben hat. Der Theorie folgt mit "Xtra" der erste Praxistest. Und der ist durchaus ambitioniert: Der Titel, der montags bis freitags jeweils um 15.30 Uhr im Tabloid-Format erscheint, geht in einer Auflage von 40.000 Exemplaren und zu einem Copypreis von 50 Cent an den Kiosk. Produziert werden durchschnittlich 28 Seiten von einem eigenen Redaktionsteam, das überwiegend aus Volontären und einem Netz freier Mitarbeiter besteht und direkt der "Express"-Chefredaktion angegliedert ist.

Der Nachwuchs schreibt für den Nachwuchs: Für "Xtra" soll unter anderem das zum Erfolgsrezept werden. "Eine Zeitung für die Jugend hat ihren Platz, wenn ihre Sprache und Interessen punktgenau getroffen werden", sagt Carsten Fiedler, Chefredakteur des "Express". In seiner Gestaltung orientiert sich der von den Art Direktoren Florian Summerer und Nils Werner entwickelte Titel deshalb an der Ästhetik der Digitalen Welt, mit "Kölle Live", dem Social-Media-Portal des "Express", ist die Zeitung eng verknüpft. "Die Leser können uns so permanent Rückmeldung geben, eigene Beiträge posten und so jederzeit mit uns interagieren", beschreibt Fiedler. So könne man die Zielgruppe – junge Leser zwischen 19 und 39 Jahre – mit Themen begeistern, die wirklich relevant für sie sind. "Das Prinzip Wundertüte, nachdem bisher Zeitungen gemacht und gekauft wurden, funktioniert heute nicht mehr."

Die Zeitung für die junge Zielgruppe will hauptsächlich mit Informationen aus der Domstadt punkten, wie auch eines der Kampagnenmotive zeigt
Die Zeitung für die junge Zielgruppe will hauptsächlich mit Informationen aus der Domstadt punkten, wie auch eines der Kampagnenmotive zeigt (Bild: Bild: MDS)
Neben den wichtigsten Nachrichten enthält "Xtra" Themenblöcke zu Sport, Mobilität und Digitalem sowie unter "Kölnplan" und "Kölnleben" Freizeit- und Veranstaltungstipps. Weitere Inhalte stammen aus dem Magazin des "Kölner Stadt-Anzeigers" und von den Online-Redaktionen.

„Wir müssen uns zutrauen und auch ein Stück weit abverlangen, andere, innovative Wege zu gehen.“
Carsten Fiedler, Chefredakteur "Express"
Ob und wie die neue Tageszeitung funktioniert, will Fiedler nicht prognostizieren: "Es ist ein Experiment, klar. Wir probieren Dinge aus, nebenbei läuft unsere Marktforschung. Wir müssen uns zutrauen und auch ein Stück weit abverlangen, andere, innovative Wege zu gehen." Grenzen sind der Laufzeit des Titels bislang zumindest nicht gesetzt, Angaben zu den Kosten des ambitionierten Projekts macht MDS ebenfalls nicht.

Mit "Xtra" will das Haus jedenfalls nicht nur als einziger Anbieter in der Stadt die "besondere Lesesituation am Nachmittag" nutzen, sondern auch sein Portfolio für Werbekunden mit jungem Publikum aufwerten. Die können den jungen Titel entweder einzeln oder zusammen mit dem "Express" buchen. Die Markteinführung wird begleitet von einer Werbekampagne in Print und Out-of-Home, die von der Agentur Havas Worldwide Germany umgesetzt wurde. kl

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