Xavier Naidoo nimmt Stellung "Stehe für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland"

Freitag, 20. November 2015
Xavier Naidoo setzt sich zur Wehr
Xavier Naidoo setzt sich zur Wehr
Foto: NDR/Alexander Laljak

Nach dem Wirbel um seine Nominierung zum Eurovision Song Contest hat sich Xavier Naidoo nun selbst zu Wort gemeldet. In einem auf der NDR-Seite eurovision.de veröffentlichten Statement bezog er zu den Vorwürfen gegen seine Person Stellung.
Er stehe bekanntlich seit seinen ersten Bühnenauftritten für Werte wie Freiheit, Toleranz und Liebe ein, so Naidoo in dem Statement. In der Vergangenheit war ihm wegen einiger Songtexte und aufgrund öffentlicher Auftritte bei neurechten Vereinigungen Rechtspopulismus, Schwulenfeindlichkeit und Antisemitismus vorgeworfen worden. Solche Darstellungen bezeichnet Naidoo nun als "unzutreffend" und "substanzlos". Er stehe für ein "weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander." Nach der Bekanntgabe der Entscheidung, Naidoo beim Eurovision Song Contest antreten zu lassen, ergoss sich in sozialen Netzwerken ein wahrer Shitstorm über die ARD. Unterhaltungschef Thomas Schreiber stellte sich daraufhin vor den Musiker und verteidigte ihn gegen die Kritik. "Xavier Naidoo steht für Toleranz allen Lebensentwürfen gegenüber, die es in dieser Republik gibt", so Schreiber in einem Interview gegenüber der dpa.

Interessanterweise kommt an Naidoos Nominierung auch Kritik aus der ARD selbst: Unter dem Titel "Das falsche Signal" listet "Panorama"-Redakteur Patrick Gensing die Kritik an Naidoo aus den vergangenen Jahren auf und schreibt: "Der ESC hat sich in den vergangenen Jahren zu einem progressiven Ereignis entwickelt, das sich vor allem in der Schwulenszene größter Beliebt erfreut. Es ist schlicht ein falsches Signal, dass Deutschland nun einen Kandidaten ins Rennen schickt, dessen fragwürdige Positionen zu massiven Protesten gegen den ESC führen."

Das Recherche-Format "Panorama" wird vom Norddeutschen Rundfunk produziert - der auch für die Eurovision-Sendungen der ARD verantwortlich ist.

Naidoos Stellungnahme im Wortlaut:

"Seit meinen ersten Bühnenauftritten trete ich bekanntlich öffentlich für Werte wie Freiheit, Toleranz und Liebe ein. Keiner, der mich persönlich kennt, hat mir jemals auch nur annähernd das Gegenteil vorgeworfen.

Mir widerstrebt, mich jetzt bekennerhaft für etwas zu rechtfertigen, was ich nicht bin und was ich schon mehrfach erläutert habe. Nur soviel: Ich bin froh, in einem "bunten" Deutschland zu leben, mit einer Vielfalt an Lebensentwürfen und Religionen, über die ich mich freue. Ich habe auch immer betont, dass ich die Auffassung der sogenannten Reichsbürger nicht teile, von denen ich mich auch öffentlich deutlich distanziert habe. Mit meinem ganzen Wesen stehe ich für ein weltoffenes und gastfreundliches Deutschland und einen respektvollen sowie friedlichen Umgang miteinander.

Ich stehe für Meinungsfreiheit. Es ist allerdings schade, dass Menschen, die mich ganz offensichtlich nicht kennen, aufgrund unzutreffender Darstellungen substanzlos und schlecht über mich reden."
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