Wunschzettel Deutsche wollen Freiheit im Internet – aber auch Kontrolle

Dienstag, 03. Dezember 2013
Von Datenaffären lassen sich die Verbraucher das Internet nicht vermiesen
Von Datenaffären lassen sich die Verbraucher das Internet nicht vermiesen

Dialektik im Netz: Trotz aller Datenskandale sehen die Menschen im Internet vor allem Vorteile - wollen aber noch mehr staatliche Kontrolle. 79 Prozent der Nutzer freuen sich über den bequemen Zugang zu Informationen, 76 Prozent über die meist kostenlosen Inhalte. Das geht aus einer Allensbach-Studie im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) hervor. Danach fordern 57 Prozent jedoch auch, dass der Staat die Inhalte von Websites stärker kontrolliert und notfalls auch verbietet. 61 Prozent der Bevölkerung fordern staatliche Regeln für Anbieter von Internetseiten. Skeptisch sind viele Nutzer, ob und wie weit eine Kontrolle und Überwachung des Netzes überhaupt realisierbar ist. 49 Prozent äußern ausdrückliche Zweifel, 37 Prozent halten es für möglich. Ebenfalls bemerkenswert: Neben dem Wunsch nach stärkeren Kontrollen besteht zugleich die Sorge, dass die Freiheit im Netz gefährdet sein könnte.

Als "Gefahrenquelle" werden hier allerdings vor allem Unternehmen genannt, weil etwa Anbieter von Suchmaschinen und Onlineshops nicht mehr alle, sondern überwiegend auf das jeweilige Nutzerprofil zugeschnittene Inhalte anzeigen können. Zwei Drittel der Onliner sehen hier eine massive Bedrohung. Rund 50 Prozent der Nutzer glauben dagegen, die Freiheit im Netz könnte durch den Staat bedroht sein - beispielsweise durch die Überwachung des Verhaltens der Bürger im Internet. rp

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