Wolfgang Schäuble beim VDZ "Journalisten, die recherchieren und einordnen sind in dieser Zeit unverzichtbar"

Montag, 07. November 2016
Wolfgang Schäuble beim VDZ Publishers' Summit
Wolfgang Schäuble beim VDZ Publishers' Summit
Foto: VDZ

Hoher Besuch beim Publishers‘ Summit: Am ersten Tag des VDZ-Kongresses gab sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Ehre. In seiner Keynote betonte er den Zusammenhang zwischen Presse und Gesellschaft. Der Blick auf die US-Präsidentschaftswahl in den USA zeige auf schmerzhafte Weise, welche Veränderungen sich in diesem Verhältnis gerade vollzögen.

Als Alarmsignal wertet Schäuble den Umstand, dass der Begriff "Lügenpresse" in Deutschland derzeit ein Revival erlebt. Der Begriff stehe symbolhaft dafür, welches Misstrauen die Menschen mittlerweile gegenüber den Medien hätten – dies sei eine sehr gefährliche Entwicklung. Hier komme der Presse eine bedeutende Rolle als Garant von Öffentlichkeit zu. 

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Das bezieht er offenbar vor allem auf Print-Produkte. Denn bei der Nutzung von Online-Medien steht aus Sicht von Schäuble nicht so sehr die vielfältige und breitgefächerte Information im Mittelpunkt. Vielmehr gehe es den Lesern um die Bestätigung der eigenen Meinung, glaubt Schäuble. „Journalisten, die recherchieren und einordnen, sind in dieser Zeit unverzichtbar“, so der Bundesfinanzminister. Diese seien in der repräsentativen Demokratie "Abgeordnete der Gesellschaft", zwar ohne demokratische Legitimation, aber mit der Aufgabe hinzusehen, zu bündeln und zu urteilen, so der Finanzminister weiter. 

Den Verlegern gab Schäuble mit auf den Weg, in ihren Titeln die Vereinfachung komplexer Sachverhalte nicht zu übertreiben. Bei aller Notwendigkeit, komplizierte Themen für jeden lesbar darzustellen, solle die Substanz nicht verfälscht werden. Gegen Populismus helfe nur eine "öffentliche und rationale Debatte", sagte Schäuble.

Weiterer Höhepunkt des ersten Tages war die Rede des scheidenden VDZ-Präsidenten Hubert Burda, der den Staffelstab wie berichtet nach zwanzigjähriger Amtszeit an Stephan Holthoff-Pförtner übergibt. "In Zeiten enormer Umbrüche ist es uns gemeinsam gelungen, den VDZ zu einem der besten Verbände Deutschlands zu machen. Kraftvoll in seinen Netzwerken, wirksam in der Kommunikation und mit einer Strahlkraft, die weit über die Verlagswelt hinausreicht", sagte Burda, der die Branche auch nach 20 Jahren Digitalisierung für "kerngesund" hält. Sie erreiche 95 Prozent der Bevölkerung. "Das ist Paid Content in Reinform", sagte Burda.

Im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe hatte sich Burda zuvor auch selbstkritisch geäußert. "Google hat uns praktisch mattgesetzt. Und wir haben alle klein beigegeben", sagte Burda. "Die grundsätzliche Weichenstellung zur Zeit der Jahrtausendwende, als wir begannen, Google unsere Inhalte kostenlos zu geben, war ein Fehler, für den ich als Verlegerpräsident mitverantwortlich bin." mas/dpa

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