"Wetten, dass...?" Zukunft der Show laut ZDF-Intendant Bellut unsicher

Dienstag, 25. März 2014
Zukunft ungewiss: "Wetten, dass...?" und Moderator Markus Lanz (Bild: ZDF)
Zukunft ungewiss: "Wetten, dass...?" und Moderator Markus Lanz (Bild: ZDF)


Mit den Abgang von Thomas Gottschalk und dem Antritt von Markus Lanz hat sich "Wetten, dass...?" zum Sorgenkind des ZDF entwickelt: Die Einschaltquoten des einstmals stolzen Showtankers sinken, und an Lanz' Moderationsstil scheiden sich regelmäßig die Geister. Das alles kratzt offenbar an der Existenzberechtigung der Sendung: Im Interview mit dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe) äußerte sich ZDF-Intendant Thomas Bellut unsicher über die Zukunft von "Wetten, dass...?".
ZDF-Intendant Thomas Bellut (Bild: ZDF)
ZDF-Intendant Thomas Bellut (Bild: ZDF)
Auf die Frage, wie lange es die Show noch geben werde, sagte Bellut: "Ich weiß es wirklich nicht. In diesem Jahr werden wir sehen, wie stark die Marke noch ist." Gleichwohl gab der ZDF-Oberste zu Protokoll, dass er sehr an der Show hänge und sicher sei, dass die nächste Ausgabe wieder zulegen werde - diese steht am 5. April an. Bei der letzten Ausgabe sank die Quote erstmals in der Geschichte der Sendung unter die 6-Millionen-Marke und lag am Ende bei 5,85 Millionen Zuschauern. Das reichte für einen Marktanteil von 19,3 Prozent.

Für Eventfernsehen wie "Wetten, dass...?" sei das in der Tat "ein niedriger Wert", so Bellut. Zumal eine Ausgabe zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro koste, wie der ZDF-Intendant vorrechnet. "Ein weiterer Quotenschwund würde die Show sehr schwächen. Dann müssten wir wirklich verhindern, dass auch noch Markus Lanz demontiert wird..." Der Moderator, der nach jeder Sendung regelmäßig zum Gegenstand der Kritik wird, sei anders als sein Vorgänger Thomas Gottschalk relativ neu im Showgeschäft und werde daher von der Entwicklung härter getroffen, so Bellut. "Ich bewundere, dass und wie er bislang trotz allem seine Arbeit macht."

Zuletzt musste Lanz sich zudem mit einer Online-Petition herumschlagen, mit der wütende Zuschauer seine Entfernung aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erreichen wollten. Anlass war die Art und Weise, mit der Lanz der Politkerin Sahra Wagenknecht in seiner Talkshow begegnet war. Im Nachgang der verunglückten Sendung hatte ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler zwar Fehler des Moderators eingeräumt, die Kritik daran aber als unverhältnismäßig bezeichnet. Und auch Bellut sagt: "Die Sendung war so sicher nicht in Ordnung. Aber der Grat im Fernsehen ist schmal." ire
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