"Wetten, dass..?" Die denkwürdigsten Momente aus 33 Jahren

Montag, 07. April 2014
"Titanic"-Redakteur Bernd Fritz narrte Thomas Gottschalk mit seiner Buntstift-Wette
"Titanic"-Redakteur Bernd Fritz narrte Thomas Gottschalk mit seiner Buntstift-Wette


Seit Samstagabend steht fest: "Wetten, dass..?" ist bald Geschichte. Das ZDF wird im Herbst noch drei Ausgaben des Showdampfers ausstrahlen, danach ist definitiv Schluss. HORIZONT.NET erinnert an denkwürdige Momente aus 33 Jahren TV-Geschichte.

Die Buntstiftwette

Es war Thomas Gottschalks Waterloo und einer der größten Triumphe des Frankfurter Satiremagazins "Titanic": 1988 schaffte es der "Titanic"-Redakteur Bernd Fritz, sich mit einer herrlich absurden Wettidee in die Show einzuschleichen: Unter dem Pseodonym Thomas Rautenberg wettete Fritz, dass er Buntstifte am Geschmack erkennen könne. Allerdings gewann er die Wette durch einen Trick - Fritz konnte unter dem Rand der abgeklebten Brille die Farben erkennen. In der darauffolgenden "Titanic"-Ausgabe schilderte er, wie er "Wetten, dass ..?" reingelegt hatte. Die Nummer ist bis heute die bestverkaufte Ausgabe des Magazins. Thomas Gottschalk macht es sich danach zur Gewohnheit, bei Wetten mit abgeklebten Brillen den Sitz stets gründlich zu überprüfen.

Der Auftritt von Michael Jackson

Die Auftritte internationaler Stars gehörten vor allem in der Ära von Thomas Gottschalk zu den Highlights von "Wetten, dass..?" - kaum ein Hollywood-Schauspieler oder Popstar ließ es sich nehmen, seinen neuesten Film oder sein neues Album bei Europas größter Unterhaltungsshow einem Millionenpublikum zu präsentieren. Der "King of Pop", Michael Jackson, gab sich sogar zwei Mal die Ehre: 1995 und 1999. Die beiden Sendungen gehörten mit 17,86 und 15,79 Millionen Zuschauern zu den reichweitenstärksten Ausgaben der Show in den 90ern. Nur Bundeskanzler Gerhard Schröder, der im Februar 1999 auf Gottschalks Couch Platz nahm, lockte noch mehr Zuschauer vor die Bildschirmen: 18,06 Millionen. Am häufigsten trat übrigens Peter Maffay bei "Wetten, dass ..?" auf: Der Sänger war insgesamt 17 Mal in der Show zu Gast.

Der Sarah-Connor-Skandal

2002 sorgte Sarah Connor für einen der wenigen Skandälchen in der Geschichte der Show. Das transparente Outfit der Sängerin, die scheinbar keine Unterwäsche anhatte, schlug in der Boulevardpresse tagelang hohe Wellen. Auch Brigitte Nielsen und Cher sorgten bei ihren Auftritten mit freizügigen Kleidern für Aufregung.

Der Zoff mit Götz George

1998 machte Götz George bei seinem Auftritt keinen Hehl aus seiner Verärgerung darüber, dass Gottschalk kaum über dessen neuen Film "Solo für Klarinette" Bescheid weiß und erntete dafür sogar Pfiffe aus dem Publikum. Gottschalk bietet dem Schauspieler zur Wiederhutmachung einen erneuten Besuch an - der erneut im Streit zu enden scheint. Nach einigen Schrecksekunden stellt sich aber heraus: Der Zwist ist inszeniert.

Gottschalk im Senftopf

Nicht nur Markus Lanz musste sich viel Kritik anhören, auch an Thomas Gottschalk schieden sich zu Anfang die Geister. Mangelden Einsatz konnte man dem Moderator allerdings nie vorwerfen. 2008 verlor er in Nürnberg die Saalwette und ließ sich zur Einlösung seiner Wettschuld in einen riesigen Senftopf eintauchen.

Lastwagen auf Maßkrügen und andere spektakuläre Wetten

Denkwürdige Wetten gab es in 33 Jahren so einige bei "Wetten, dass ..?" - fast jeder kann sich an einige besonders lustige oder spektakuläre Wetten erinnern. Zu den absoluten Klassikern gehören sicherlich der auf vier Maßkrügen abgestellte Lastwagen, die 50 zerissenen Wiener Telefonbücher, der auf einen Turm kletternde Bagger oder die tanzenden Brustmuskeln zweier Bodybuilder.

Der Tiefpunkt: Tom Hanks und die Katzenmütze

Über Markus Lanz und seinen Anteil am Niedergang von "Wetten, dass ..?" ist viel gesagt und geschrieben worden - so viel steht allerdings fest: Er hat für einige der peinlichsten Momente in der Geschichte der Show gesorgt. Unvergessen ist das Bild des armen Tom Hanks mit der Katzenmütze auf dem Kopf. In den USA lästerte der Schaupieler nach seinem Auftritt ungeniert über die Show. Auch die letzte Sommershow auf Mallorca, bei der sich Schauspieler Gerard Butler Eiswürfel in den Schritt kippen und dabei den "Erlkönig" rezitieren sollte, zählt zu den Tiefpunkten aus 33 Jahren "Wetten, dass ..?". Nicht nur Kritik fand die Show "hochnotpeinlich".

Die Tragödie: Der Unfall von Samuel Koch

Der 4. Dezember 2010 markiert für "Wetten, dass ..?" einen tiefen Einschnitt: Bei dem Versuch, mit Sprungstelzen über fahrende Autos zu springen, verletzt sich Wettkandiadt Samuel Koch schwer. Gottschalk bricht die Sendung ab und verkündet in der folgenden Ausgabe seinen Rückzug. Koch bleibt vom Hals abwärts gelähmt. dh
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