"Wetten, dass ..?" Quote erholt sich / Rassismus-Vorwürfe wegen Stadtwette

Montag, 16. Dezember 2013
Markus Lanz und Michelle Hunziker inmitten der Jim-Knopf-Doubles (Foto: ZDF)
Markus Lanz und Michelle Hunziker inmitten der Jim-Knopf-Doubles (Foto: ZDF)


Die letzte Ausgabe von "Wetten, dass ..?" im Jahr 2013 hat dem ZDF eine Verschnaufpause beschert: Nach dem Allzeittief im November konnte die Sendung aus Augsburg wieder rund 300.000 Zuschauer mehr vor die Fernsehschirme locken. Die Leistung von Moderator Markus Lanz wurde dagegen erneut kritisch bewertet - und mit der Stadtwette handelte sich das ZDF sogar Rassismusvorwürfe und einen Shitstorm ein.
Immerhin: Ein neuer Minusrekord blieb Markus Lanz bei der letzten Ausgabe von "Wetten, dass ..?" in diesem Jahr erspart: Mit insgesamt 6,88 Millionen Zuschauern war die Show aus Augsburg zwar nicht gerade ein Straßenfeger, konnte aber wieder mehr Zuschauer vor den Bildschirmen versammeln als die drei Sendungen zuvor. Im November war die Wettshow auf ein neues Allzeittief von 6,55 Millionen Zuschauer gefallen.

Dafür regte sich dieses Mal wieder vermehrt Kritik an der Leistung von Moderator Markus Lanz. Dieser wirkte neben Michelle Hunziker, die mit ihrer einmaligen Rückkehr als Co-Moderatorin eine Wettschuld einlöste, phasenweise recht blass und auch das Zusammenspiel mit der charmanten Schweizerin klappte nicht immer ganz reibungslos. Auch die Witze von Lanz wollten einmal mehr nicht so recht zünden - was vielleicht auch daran lag, dass mit Michael "Bully" Herbig ein Humor-Profi auf der Couch saß. Lanz wirkte "ein paar Mal indisponiert", fand die "Frankfurter Rundschau", "Focus Online" urteilte: "Tolle Wetten, mauer Moderator".

Für wesentlich mehr Aufruhr als Lanz Performance sorgte dieses Mal die Stadtwette: Augsburg, Heimat der Augsburger Puppenkiste, musste 25 als Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer verkleidete Paare aufbieten, um die Stadtwette zu gewinnen. Eine der Voraussetzungen neben der passenden Verkleidung: Die Jim-Knopf-Doubles sollten mit schwarz angemalten Gesicht erscheinen. Es dauerte nicht lange, bis im Netz ein Shitstorm tobte: Die Wette erinnere an das sogenannte "Blackfacing". Dabei handelt es sich um eine Theaterpraxis aus dem 19. Jahrhundert, bei der sich weiße Schauspieler als Schwarze verkleideten und diese als Einfaltspinsel darstellten. Bei Facebook rief die Gruppe "Bühnenwatch", die es sich zum Ziel gesetzt hat, "rassistische Praktiken an deutschen Bühnen zu beenden", dazu auf, sich beim ZDF zu beschweren. Anne Wizorek, Mit-Initiatorin der #aufschrei-Debatte, brachte die Lawine bei Twitter mit ins Rollen.


Allerdings reagierten mindestens ebensoviele User verwundert über den Rassismus-Vorwurf gegen die Stadtwette. Stern.de-Autor Daniel Bakir hält die Rassimus-Vorwürfe schlicht für "Quatsch" - und spricht damit offensichtlich vielen verwunderten Usern aus der Seele: 86 Prozent der Stern.de-User halten die Rassismus-Kritik an der Wette laut einer Online-Umfrage für "überzogen". Allerdings weisen einige Kommentare darauf hin, dass auch unbewusster Rassismus eben immer noch Rassismus ist. dh

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