"Werbung sichert Meinungsvielfalt" OVK-Vorsitzender Paul Mudter über die Folgen von Adblockern

Donnerstag, 21. August 2014
OVK-Vorsitzender Paul Mudter: "Wir spüren das Adblocking deutlich"
OVK-Vorsitzender Paul Mudter: "Wir spüren das Adblocking deutlich"


Der wirtschaftliche Schaden, den Vermarkter durch Adblocking erfahren, ist enorm. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) schätzt, dass ein Viertel der Displaywerbung mittlerweile geblockt wird. Über die konkreten Auswirkungen spricht OVK-Vorsitzender Paul Mudter im Interview mit HORIZONT.

"Die Vermarkter müssen sich zusammenraufen"

Herr Mudter, laut OVK-Schätzung werden 25 Prozent der Seitenaufrufe geblockt. Was bedeutet das für die Vermarkter?
Wir spüren das Adblocking deutlich. Die Nachfrage nach Onlinewerbung ist hoch und der Markt entwickelt sich nicht schlecht. Da schmerzt jede Werbung, die nicht ausgespielt wurde.

Kann man sicherstellen, dass Werbung, die geblockt wurde, auch nicht abgerechnet wird?
Ja. Wenn ein Adblocker installiert ist, wird kein Werbemittel vom Adserver ausgeliefert. Problematisch ist es nur, wenn die Publisher den Adblocker umgehen und ausliefern, aber die Zählpixel der Agenturen geblockt werden. Die Werbeunterdrückung ist damit in erster Linie ein Thema für die Mediaplanung,
nicht für die Abrechnung.

Gibt es im OVK eine einheitliche Meinung dazu, wie mit Adblocking umgegangen wird? Also an die Betreiber von Adblockern zahlen oder sie verklagen?
Grundsätzlich lehnen wir Adblocking ab. Wie die Publisher damit umgehen, also ob sie auch den Content blocken, die Adblocker ignorieren, an die Betreiber zahlen oder auch vor Gericht klagen - das bleibt ihnen selbst überlassen. Wir als Verband glauben, dass Werbung als mit Abstand wichtigste Erlösquelle der Publisher die Meinungsvielfalt sichert und wünschen uns, dass dieser Zusammenhang stärker diskutiert wird.

Der OVK arbeitet an einem Tool, mit dem die Nutzer von Adblockern identifiziert werden können. Wann wird es einsatzfähig sein?
Ich möchte keinen Termin nennen.

Manchen Vermarktern geht es zu langsam.
Alle Themen, die in einem Verband erarbeitet werden, brauchen ihre Zeit. Die einzelnen Häuser müssen sich zusammenraufen und einigen. Das geht nie so schnell, wie man es gerne hätte. pap

Eine ausführliche Analyse über die Schäden in Millionenhöhe, die Adblocking bei den Onlinevermarktern verursacht, lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 34/2014 vom 21. August 2014

HORIZONT auf der dmexco

Die dfv Mediengruppe ist auf der dmexco mit einem eigenen Stand vertreten. Sie finden den Stand in Halle 7, Stand A051/B050. Dort präsentieren wir unser komplettes Leistungsspektrum. Tägliche Highlights sind dabei die Live-Diskussionen mit führenden Branchenvertretern über Trends im Digital-Marketing, moderiert von Experten aus den Redaktionen HORIZONT, Lebensmittel Zeitung und TextilWirtschaft.

Hier das vollständige Programm:

Mittwoch, 10. September 2014

12:30 Uhr: Die digitale Datenflut und die zunehmende Komplexität der Medienlandschaft stellen das Marketing vor anspruchsvolle Herausforderungen. Wie geht Nestlé damit um?
Tina Beuchler
Digital & Media Director, Nestlé Deutschland
13:30 Uhr: Was bringt Online-Werbung wirklich? Eine Diskussion über Stärken, Schwächen und Trends von Digital-Werbung.
Paul Mudter
Geschäftsleiter, IP Interactive

Donnerstag, 11. September 2014

12:30 Uhr: Welche Rolle haben Agenturen im Zeitalter der Marketing-Automatisierung und der explodierenden Medienformate? Wer kann hier gewinnen: Digitale Spezialisten oder integrierte Digitalagenturen?
Manfred Klaus
Sprecher der Geschäftsführung, Plan.Net-Gruppe
13:30 Uhr: Native Advertising: Hype oder Zukunftsmodell? Wo liegen die Chancen, wo die Fallstricke?
Steffen Hopf
Managing Director & Country Commercial Director,
Yahoo! Deutschland

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