Werbewirkung HD-Spots wirken besser

Donnerstag, 01. Juni 2017
Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei HD+
Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei HD+
Foto: HD Plus GmbH
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Macht es eigentlich einen Unterschied, ob der Zuschauer die Werbung in der alten SD-Qualität sieht oder im hochauflösenden HD-Standard? Das wollte die Astra-Tochter HD+ wissen, die HD-Pakete mit Privatsendern vertreibt, und hat Kantar TNS beauftragt,es herauszufinden. Das Ergebnis: HD-Spots gefallen den Zuschauern besser und sie haben anschließend auch eine bessere Meinung von der Marke. Sogar die Motivation zu kaufen steigt, und zwar von 40 auf 62 Prozent.

"Das ist ein dramatischer Uplift", sagt Timo Schneckenburger, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei HD+. "Werbetreibende müssen noch mehr Wert darauflegen, dass ihre Botschaft in der bestmöglichen Qualität ankommt. Was nützt der beste in Ultra HD gedrehte Spot, wenn er unscharf auf dem Bildschirm ankommt. Das wäre wie ein Plakat, das halb überklebt ist."

Für die Studie hat Kantar TNS insgesamt 200 Teilnehmer befragt. Sie waren zwischen 16 und 49 Jahren alt, zur Hälfte weiblich und männlich und stammten zu gleichen Teilen aus Haushalten mit HD-Sendern und ohne. Die Testgruppe bekam den Spot eines FMCG-Unternehmens in HD-Qualität zu sehen, die Kontrollgruppe in SD. Anschließend beantworteten die Teilnehmer zehn Minuten lang Fragen.

Von denjenigen, die den Spot in HD gesehen hatten, fanden ihn 61 Prozent ausgezeichnet und sehr gut – ein Drittel mehr als bei den SD-Sehern. Bei der Frage danach, ob sie eine bessere Meinung über die Marke haben, sagten 53 Prozent der HD-Seher ja, aber nur 42 Prozent der SD-Seher. In allen angefragten Imagedimensionen schnitt der HD-Spot besser ab. "Die Bildgewaltigkeit zahlt besonders auf Sympathie und Zahlungsbereitschaft ein", sagt Schneckenburger.

Er appelliert daher an alle Beteiligten, vom Sender bis zur werbungtreibenden Industrie, die HD-Verbreitung weiter voranzugreiben: "Wir müssen uns um zwei Dinge kümmern: Den Inhalt und die Darreichungsform." Derzeit haben 65 Prozent der TV-Haushalte HD. Vor allem Satellit hat von dem 2009 eingeführten Standard profitiert und seinen Marktanteil als Verbreitungsweg für TV gesteigert.

Einen Schub bekommt HD+ aktuell durch die Einführung des digital-terrestrischen Standards DVB-T2, der dazu geführt hat, dass sich viele Zuschauer von Grundauf mit der Frage nach dem Empfangsweg beschäftigt haben. Im April wurden 27 Prozent mehr HD+-Receiver verkauft, als im Vorjahresmonat. Aus Sicht von Schneckenburger war die Abschaltung des alten DVB-T-Standards damit ein schönes Konjunkturprogramm. pap

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