Werbeverweigerer Adblocking wird ein Thema bei Mobile

Mittwoch, 17. Februar 2016
Adblocker erfreuen sich immer größerer Beliebtheit
Adblocker erfreuen sich immer größerer Beliebtheit
Foto: Adblock Plus
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Adblocker Johnny Ryan IFRA Page Fair


Es ist eine Lösung, die zu schön klingt, um wahr zu sein: Publisher sollten möglichst schnell ihren Traffic von Desktop in Richtung Mobile umlenken, da dort derzeit nur Adblocker-Raten von 3 bis 4 Prozent gemessen werden. Bei Desktop liegen sie im Schnitt schon bei 20 bis 30 Prozent. Es war einer der Tipps beim Ad Blocking Action Day, den der Weltverband der Zeitungen WAN-IFRA in Frankfurt organisiert hat.

Doch die mahnenden Stimmen waren auf der Veranstaltung bereits deutlich zu vernehmen: Es wäre nur eine kurzfristige Lösung, die zudem den Schönheitsfehler hat, dass die Refinanzierung von Mobile derzeit ohnehin noch nicht gut funktioniert. "In den nächsten 18 Monaten wird Adblocking bei Mobile von einem Nicht-Thema zu einem ernsthaften Problem", sagt Johnny Ryan, Head of Ecosystem bei Page Fair, mit Blick auf China, wo mit Maxthon und UC Browser bereits Web-Browser verbreitet sind, die Adblocker vorinstalliert haben. Mit Samsung und dem kleineren Smartphone-Hersteller Asus bieten nun nach Apple auch andere Hardware-Produzenten Adblocker an – sogar per Voreinstellung. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis Adblocking auch in der mobilen Welt zum Problem wird.

Einfache Lösungen dafür gibt es nicht. Weniger nervende Werbung zu kreieren, wie immer wieder gefordert, wird angesichts der ohnehin schwierigen Refinanzierung für viele Publisher ein Lippenbekenntnis bleiben. Native Advertising gilt als gutes Mittel, um die Werbung vor den Adblockern zu verbergen. Es wird laut Ryan jedoch mittlerweile oft erkannt, was dazu führt, dass die Adblocker die Anmutung der ganzen Seite zum Negativen verändern. Ad-Defender einzusetzen, die die Werbung an den Adblockern vorbeischleusen, kann funktionieren, erhöht auf Seiten der Publisher aber die Kosten.

Möglicherweise bleibt nur der Druck, also die Adblocker-Nutzer dazu auffordern, den Blocker abzuschalten oder andernfalls für die Inhalte zu bezahlen, wie es Bild.de gerade in großem Stil testet. In Schweden sind solche Ansätze sogar Publisher-übergreifend verabredet worden, berichtete Lena Widman, Product Manager bei Aftonbladet Online. pap

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