Werbekonjunktur Viele Vermarkter blicken optimistisch ins Jahr 2016

Donnerstag, 14. Januar 2016
Die meisten Vermarkter rechnen eher mit einem leichten Plus für die Nettowerbespendings
Die meisten Vermarkter rechnen eher mit einem leichten Plus für die Nettowerbespendings
Foto: James Thew/Fotolia

Zum Jahresauftakt ist die Stimmung bei den großen deutschen Vermarktern überwiegend gut, aber nicht euphorisch. Die meisten Manager, die HORIZONT in einer – nicht-repräsentativen – Umfrage um ihre Einschätzung für das Werbejahr 2016 gebeten hat, gehen mindestens von Stabilität, eher von einem leichten Plus für die gesamten Nettowerbespendings aus.

 

Bauer-Manager Dirk Wiedenmann
Bauer-Manager Dirk Wiedenmann (Bild: Bauer Media)
"Die Stimmung im Markt ist insgesamt sehr positiv", beobachtet Matthias Dang, Geschäftsführer von IP Deutschland, dem Vermarkter der Mediengruppe RTL Deutschland, der einen großen Brocken des Mediageldes auf sich vereint.
 Matthias Dang, Geschäftsführer IP Deutschland
Matthias Dang, Geschäftsführer IP Deutschland
Unklar ist, wie sich Entwicklungen im Ausland wie die schwächelnde chinesische Konjunktur und deren Einfluß  auf die Weltwirtschaft und politischen Unruhen in anderen Ländern auf die deutsche Werbekonjunktur auswirken. "Es gibt deutlich mehr globale Krisenherde als vor einem Jahr. Je nach politischer Entwicklung haben diese auch Auswirkungen auf den Werbemarkt. Das erschwert die Einschätzungen erheblich", sagt Dirk Wiedenmann, Geschäftsleiter Bauer Advertising. Während das Klima insgesamt eher gut ist, gibt es zwischen den Gattungen deutliche Unterschiede. Bewegtbildanbieter blicken weiterhin positiv in die Zukunft, während sich die Printvermarkter eher auf sinkende Erlöse einstellen. Aber auch innerhalb der Gattungen divergiert die Entwicklung mitunter deutlich: "In unseren Gesprächen zeigt sich die komplette Bandbreite von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt", sagt Frank Vogel, Sprecher der Geschäftsleitung von G+J EMS.
Über alle Medien hinweg setzt sich das Mantra der vergangenen Jahre fort: Werbung wird digitaler. Das bedeutet zum einen weiterhin einen Zuwachs für Online, der sich verstärkt aus Bewegtbild, Mobile und neuen Werbeformen wie Native Advertising speist und – angesichts der fortschreitenden Verbreitung von Adblockern – immer weniger aus der klassischen Displayvermarktung. Zum anderen wird aber auch Wachstum in klassischen Gattungen erwartet, die ihre Vermarktung zunehmend an digitale Gepflogenheiten anpassen. Das Thema Programmatic Advertising steht 2016 nicht nur auf der Agenda der Onlinevermarkter, sondern beschäftigt auch Print-, TV- und Radio-Leute. "Die Konvergenzwährung und Programmatic Advertising sind Wachstumstreiber für Online Audio", sagt beispielsweise Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung des Radiovermarkters RMS. pap

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