Werbeblocker "New York Times" sperrt Adblocker-Nutzer aus

Dienstag, 08. März 2016
Die "New York Times" nimmt den Kampf gegen Adblocker auf
Die "New York Times" nimmt den Kampf gegen Adblocker auf
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Adblocker New York Times Werbeblocker Whitelist


Mit der "New York Times" nimmt eine weitere namhafte Medienmarke den Kampf gegen Adblocker auf. Seit gestern werden Nutzer, die einen Werbeblocker installiert haben, dazu aufgefordert, ein Abo abzuschließen oder Werbung auf der Website zuzulassen.
"Die besten Dinge im Leben sind nicht kostenlos", ist das Pop-up überschrieben, das ausgewählte Leser von nytimes.com seit gestern zu sehen bekommen, sofern sie einen Adblocker installiert haben. Im Kleingedruckten werden die Leser dann darüber aufgeklärt, dass die "New York Times" auf Werbung angewiesen ist, um ihren Journalismus zu finanzieren. Wer die Zeitung weiter online lesen wolle, solle entweder ein Abo abschließen oder die Website zu seiner Whitelist hinzufügen. Auf Websites, die auf einer Whitelist stehen, wird Werbung wieder angezeigt.  Wie die "New York Times" in einem Statement mitteilte, handelt es sich bei der Maßnahme um einen Test mit einer vorerst begrenzten Anzahl von Abonnenten und weiteren Nutzern, die einen Adblocker installiert haben. "Unser Ziel ist es, die Nutzer über den Schaden zu informieren, den Adblocker verursachen und sie dazu zu animieren, nytimes.com zur Whitelist hinzuzufügen", so der Sprecher. Adblocker seien langfristig "nicht im Interesse der Nutzer", da die Erstellung von Qualitätsinhalten teuer sei und digitale Werbung für die "New York Times" und andere Medien ein wichtiger Weg, dies zu finanzieren.

In Deutschland gehen ebenfalls namhafte Medien gegen die zunehmende Verbreitung von Werbeblockern vor. Nach der Springer-Website Bild.de, die bereits im Oktober 2015 als erste große Medienmarke mit einer Blockade von Adblocker-Nutzern für Schlagzeilen sorgte, ist inzwischen auch Gruner + Jahr dazu übergegangen, Adblocker-Nutzer auf einigen Websites auszusperren. Nach dem erfolgreichen Test mit Geo.de, bei dem Adblocker-Nutzer im Februar gebeten wurden, entweder ihren Werbeblocker auszuschalten oder für die Nutzung der Website zu zahlen, hat der Verlag inzwischen sieben weitere Websites für die Nutzer von Werbeblockern dichtgemacht - darunter die Online-Auftritte von "Schöner Wohnen", "Essen und Trinken" und "Living at Home". mas
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