Werbe-Widgets Spiegel Online ersetzt Plista durch Outbrain

Mittwoch, 02. November 2016
Spiegel-Online-Geschäftsführer Jesper Doub
Spiegel-Online-Geschäftsführer Jesper Doub
Foto: Spiegel Gruppe

Neuer Schnipsel-Lieferant: Die Spiegel-Gruppe setzt auf ihren Portalen Spiegel Online, Manager Magazin Online und Bento stärker auf Zusatzerlöse durch kleinteilige Werbe-Widgets. Interessanter als dieses branchenübliche Vorhaben ist in diesem Fall die Wahl des Technologie-Dienstleisters.

Künftig wird die Spiegel-Gruppe im Netz mit Outbrain zusammenarbeiten, einem jener Tech-Anbieter, die am Ende von Online-Artikeln kleine Text-Bild-Boxen einblenden, die entweder auf andere Beiträge der Site oder anderer Sites des Publishers verweisen (Motto: „Das könnte Sie auch interessieren“) – oder eben Werbung zeigen, ob als bezahlte Content-Angebote oder Anzeige. Kreativ eher schlichte und nach Klicks bezahlte Formate also, die die Anbieter passend zum Branchenhype um native Werbung, die als unaufdringlich gilt, gerne mit der Plakette „datengetriebenes Native Advertising“ oder „Content Marketing“ rhetorisch veredeln.

Zu den führenden Targeting-Dienstleistern und zugleich Untervermarktern der kleinen Text-Bild-Werbeschnipsel – sie selbst nennen ihre Profession „Content Recommendation“ oder „Content Discovery“ – zählen neben Outbrain vor allem Google Adsense, Plista (gehört zu Xaxis/Group M), Ligatus (gehört zu Gruner + Jahr) und Taboola. Neben den Werbeerlösen wollen die Publisher damit auch die Traffic-Ströme auf ihren Sites steigern.

Bisher arbeitet Spiegel Online hier mit Plista zusammen. Nun soll es im Rahmen einer mehrjährigen strategischen Partnerschaft exklusiv die Empfehlungstechnologie von Outbrain sein – und nicht Ligatus, das zum „Spiegel“-Gesellschafter G+J gehört. Diese Entscheidung der Verantwortlichen um SpOn-Geschäftsführer Jesper Doub spricht für ihr Maß an Freiheit. Und für aggressivere Konditionen des US-Players Outbrain, der nach Deutschland drängt und hier etwa Bild.de und Focus Online bespielt, außerdem weitere Sites von Burda Forward, RTL Interactive sowie Condé Nast. rp

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