Wer im Glashaus sitzt... Wie Facebook eine Princeton-Studie kontert

Freitag, 24. Januar 2014
Auch das Interesse an Princeton nehme rapide ab, wie Facebook aufzeigt
Auch das Interesse an Princeton nehme rapide ab, wie Facebook aufzeigt


Ist Facebook etwa dem Untergang geweiht? Forscher der US-Eliteuniversität Princeton wollen ausgerechnet haben, dass das soziale Netzwerk bis 2017 ganze 80 Prozent seiner Nutzer eingebüßt haben wird. Die höchst amüsant zu lesende Antwort von Facebook folgte prompt: Mit der selben Messmethode kam Daten-Spezialist Mike Develin zu dem Schluss, dass auch Princeton keine rosige Zukunft blüht. Nutzerschwund-Szenarien sind für Facebook nichts Neues. Schon oft war zu lesen, dass dem Netzwerk die jüngeren Nutzer in Scharen davonlaufen (was nur teilweise stimmen dürfte, wie Allfacebook.de aufzeigte). Aber die jüngste Prognose ließ doch aufhorchen, zumal sie von einer der renommiertesten Universitäten der Welt kam: Forscher aus Princeton verglichen die Mitgliederentwicklung bei Facebook mit dem Verlauf von Infektionskrankheiten. Quintessenz: Irgendwann würden sich die Nutzer von Facebook "erholen" - mit dem Ergebnis, dass das Netzwerk in den kommenden drei Jahren 80 Prozent seiner Mitglieder verlieren könnte.

Gestützt wurde diese Aussage durch die Anzahl der Suchanfragen bei Google. "Facebook hat bereits den Höhepunkt seiner Popularität erreicht und befindet sich schon wieder im Niedergang, wie die rückläufige Suchfrequenz seit 2012 zeigt", so die Autoren der Studie. Die Methode basiert durchaus auf Erfahrungswerten: häufig entsteht dort, wo viele Menschen beispielsweise nach "Grippe" googlen, wenig später tatsächlich eine Krankheitswelle. Ist die Grippe-Gefahr nicht mehr virulent, ebbt auch das Interesse der Google-Nutzer ab.

Doch dieser Punkt ist problematisch, schreibt "Techcrunch"-Autor Josh Constine. Sicherlich habe Facebook seine Coolness eingebüßt und verliere Facebook junge Nutzer an Dienste wie Whatsapp oder Snapchat. Dennoch sei das Netzwerk auch seit 2012 weltweit weiter gewachsen. Der Rückgang der Suchanfragen dürfte daher weniger mit schwindendem Interesse zu tun haben als vielmehr mit der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen per App bei Facebook einloggen, so Constine. Ein derart massiver Nutzerschwund wie von den Princeton-Forschern vorausgesagte sei jedenfalls kaum zu erwarten.

Das sieht man auch bei Facebook so. Doch statt eine wütende Antwort zu formulieren, greift man die Princeton-Studie auf sehr humorvolle Weise auf: Daten-Spezialist Mike Develin bediente sich der selben Messmethode wie die Universität, um deren eigenes Schicksal zu deuten. Und siehe da: Laut Google-Trends sinke das Interesse an der Universität rapide ab. Develins Hochrechnung zufolge werde sich die Zahl der Neuimmatrikulationen demnach bis 2018 halbiert haben, drei Jahre später sei die Universität schließlich komplett studentenfrei.

Am Ende seines Beitrags führt Develin die Debatte komplett ad absurdum: Auch das Interesse am Suchbegriff "Luft" sei seit einigen Jahren im Sinken begriffen. Seine Schlussfolgerung: Im Jahre 2060 werde keine Luft mehr übrig sein.

Hier Mike Develins kompletter Beitrag:

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