Wegen Werbesteuer in Ungarn RTL Group prüft weitere Abschreibungen

Dienstag, 04. November 2014
Die Zentrale der RTL Group in Luxemburg
Die Zentrale der RTL Group in Luxemburg
Foto: RTL Group
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Die RTL Group muss womöglich weitere Abschreibungen auf ihr TV-Geschäft in Ungarn vornehmen. "Wir werden zum Jahresende nachprüfen, ob weitere Abschreibungen auf unser Ungarngeschäft notwendig sind", sagte Konzernchef Guillaume de Posch der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Grund für die mögliche Neubewertung ist die umstrittene Werbesteuer in Ungarn, die vor allem ausländische Medienunternehmen trifft. Die RTL Group ist eigenen Angaben zufolge am stärksten von der Steuer betroffen. Ausländische Medienunternehmen müssen bis zu 40 Prozent Umsatzsteuern zahlen, während einheimische Verlage und TV-Sender kaum zur Kasse gebeten werden. "Operativ läuft unser Geschäft dort wirklich gut", betonte de Posch. Einen Rückzug aus Ungarn schloss der für das internationale Geschäft der RTL Group zuständige Belgier daher aus. Der TV-Konzern hat sich stattdessen mit einer Beschwerde an die EU-Kommission gewandt. "Wir erwarten, dass die EU-Kommission im kommenden Jahr ihre Schlussfolgerungen zieht", sagte de Posch zu Reuters.

RTL hat bereits eine Wertberichtigung in Höhe von rund 88 Millionen Euro auf seine ungarische Tochter RTL Klub vorgenommen - rund die Hälfte der einstigen Bewertung. Der Nettogewinn des TV-Konzerns halbierte sich im ersten Halbjahr dieses Jahres daher auf rund 200 Millionen Euro.

In den vergangenen Wochen hatte die rechtskonservative Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban mit einer geplanten Internetsteuer erneut für Schlagzeilen gesorgt. Diese ist nach massiven Protesten von Internetnutzern allerdings wieder vom Tisch. dh
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