Webradio Vermarktungshoheit verschiebt sich von RMS zu Audimark

Donnerstag, 27. November 2014
Audimark-Geschäftsführer Matthias Mroczkowski
Audimark-Geschäftsführer Matthias Mroczkowski

Es sind angenehme Wochen für Matthias Mroczkowski, Geschäftsführer des Webradiovermarkters Audimark: Im September gab die Plattform Raute Musik ihren Wechsel zu Audimark bekannt, im Oktober folgten weitere 17 Webradiosender unter das Dach des Spezialisten.

In beiden Fällen ließ es sich der Vermarkter auch nicht nehmen, recht deutlich darauf hinzuweisen, dass all diese Angebote zuvor zum Digitalportfolio von Radio Marketing Service (RMS) gehört hatten. "Das ist nun einmal so im Wettbewerb", sagt Mroczkowski. "Bei uns haben die Webradios eben bessere Verdienstaussichten als bei RMS."

Fragt sich nur, ob sie sich langfristig einen Gefallen damit tun. Roland Köster, Geschäftsführer bei Jom Jäschke Operational Media in Hamburg, tippt eher auf das Gegenteil: "Mag sein, dass sich die Anbieter im Augenblick bei Audimark besser präsentiert sehen als bei RMS, wo sie sich möglicherweise wie ein Anhängsel vorkommen. Allerdings nehmen sie sich mit dem Wechsel die Chance, Teil einer zukünftigen Intermedia-Analyse zu sein." Denn da sich Audimark nach wie vor nicht an der MA IP Audio beteiligt und die für nächstes Jahr angekündigte gemeinsame Konvergenzwährung nicht mittragen will, werden auch die bei ihr versammelten Sender auf diese Bewertung verzichten müssen. "Jetzt auszuscheren, wo wir gerade auf einem vernünftigen Weg sind, ist geradezu kontraproduktiv", sagt Köster.

Generell sind solche Verschiebungen nicht ungewöhnlich, immer wieder einmal wechseln Anbieter den Vermarkter. Und RMS rechnet vor, dass die verlorenen Kontakte weitgehend durch Neukunden ausgeglichen werden. "Die Reichweitenverluste durch die Sender, die zu Audimark gegangen sind, sind verkraftbar", sagt RMS-Chef Ruckert. Etwas unangenehmer mache sich zwar die Verselbstständigung von Antenne Bayern bemerkbar, das ab 2015 sein Onlineportfolio selbst vermarkten will, aber: "Dank des Zugewinns neuer Kontakte durch die Kooperation mit Radionomy bleibt das Digitalportfolio von RMS 2015 nahezu stabil." son

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