Webradio RMS legt eigene Reichweitenstudie vor

Donnerstag, 12. September 2013
RMS-Chef Ruckert will Planung erleichtern
RMS-Chef Ruckert will Planung erleichtern

Radiovermarkter RMS präsentiert mit den Webradio-Ratings eine eigene Reichweitenstudie für Webradio vor. Die Studie soll erscheinen, bis die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) eine Audio-Konvergenzwährung vorlegt. Die AG.MA startet ab Januar 2014 mit der technischen Messung, es dürfte aber noch Jahre dauern, bis die Werte in einer MA Audio integriert sind. Der RMS dauert das zu lange. Mediaplaner brauchen Reichweitendaten", sagt Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung von RMS in Hamburg. Und kündigt exklusiv in HORIZONT die "Webradio Ratings" an, die bis zum Start der Audio-MA erhoben werden sollen.

Darin weist RMS Webradio-Zahlen aus und kann so Daten für 40 Planungszielgruppen zur Verfügung stellen. Bislang planen die Agenturen vor allem auf Adserver-Daten und Plausibilitätsüberlegungen zu den Zielgruppen. Das kann sich nun ändern. "Die Webradio Ratings werden die Vermarktung von Online-Audioangeboten weiter dynamisieren", prognostiziert Ruckert.

Methodisch geht RMS bei den Webradio Ratings in zwei Schritten vor: Mittels einer telefonischen Befragung (CATI) werden 3500 repräsentativ ausgewählte Personen zwischen 14 und 64 Jahren zu ihrer Webradio-Nutzung befragt. Die altersmäßige Einschränkung begründet Ruckert damit, dass die unter 14-Jährigen für die Vermarktung noch nicht relevant sind, wohingegen die Webradio-Nutzung bei den über 65-Jährigen noch so gering ist, dass sie vernachlässigt werden kann.

Im zweiten Schritt werden via CAWI-Verfahren (Computer Aided Web Interview) 5224 Webradiohörer zwischen 14 und 64 Jahren auf Basis eines für mithilfe der MA-Daten zur Webradionutzung und zur Soziodemographie gewichtet.

Im Gegensatz zum Konkurrenten Audimark, der ebenfalls seit Jahren eine eigene Reichweitenstudie erhebt, ermittelt RMS auch Daten für die Konkurrenten Audimark und AS&S Radio. Insgesamt werden 188 Web-only-Angebote, 19 Livestreams privater Radiosender, fünf Aggregatoren wie Radio.de sowie fünf Music-on-Demand-Angebote wie die der Streaming-Dienste Spotify und Ampya ausgewertet.

Im Ergebnis haben netto 17 Millionen Deutsche schon einmal ein werbeführendes Radioangebot gehört, 10 Millionen haben sogar in den letzten vier Wochen ein solches Angebot eingeschaltet. In der Gesamthörerreichweite liegt RMS nach diesen Daten mit 8,84 Millionen Hörern deutlich vor Audimark Top (4,24 Millionen) und der AS&S Radio, die jedoch nur zwei vermarktbare Einzelsender im Angebot hat (1,11 Millionen Hörer). "Wir haben hier eine sehr deutliche Führungsposition", freut sich Ruckert. Welche die reichweitenstärksten Sender und Angebote sind, will RMS auf der Dmexco veröffentlichen.
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