Übernimmt Georg Kofler? Watchever vor ungewisser Zukunft

Montag, 29. September 2014
Vivendi will Watchever verkaufen
Vivendi will Watchever verkaufen
Foto: Bild: Watchever

Die Verkaufsgerüchte um Watchever reißen nicht ab: Dass der französische Medienkonzern Vivendi den Streamingdienst am liebsten loswerden möchte, ist schon einige Zeit bekannt. Allerdings fehlte es bislang an einem geeigneten Käufer. Nun kommt offenbar Bewegung in die Sache: Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe meldet, habe sich der frühere Premiere-Chef Georg Kofler als Investor angeboten.
Allerdings gestalteten sich die Gespräche als schwierig: Watchever habe dem "Spiegel" zufolge mit 350.000 Abonnenten angeblich rund 100 Millionen Euro Anlaufverlust angehäuft. Bei einer Übernahme müsste Vivendi nicht nur die Verluste übernehmen, sondern auch zusätzlich in Inhalte investieren. Und das auf einem Markt, auf dem die Wettbewerbsdichte immer höher geworden ist. Laut Statista ist die Pro Sieben Sat 1-Videothek Maxdome mit einem Marktanteil von 32 Prozent hierzulande der Platzhirsch, es folgen iTunes und Amazon Prime. Watchever ist mit einem Marktanteil von 6 Prozent schon reichlich abgeschlagen - offensichtlich fruchtete auch der hohe Werbedruck mit einer Kampagne von und mit Til Schweiger nichts. Zusätzlichen Druck macht seit diesem Monat auch der US-Dienst Netflix, der ein eigenes Angebot in Deutschland gestartet hat.
Karim Ayari
Bild: Watchever

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Angesichts dieser Situation titelt der "Spiegel" schon: "Videodienst Watchever hat kaum noch Überlebenschancen". Pro Sieben Sat 1, Sky und auch Netflix sollen dem Nachrichtenmagazin zufolge eine Übernahme bereits ausgeschlagen haben. Nun wird es offenbar auch an den soeben von Bord gegangenen Geschäftsführern Sabine Anger und Stefan Schulz liegen, ob Watchever weiterleben darf. Beide würden an einem Konzept für eine Übernahme der Firma arbeiten und dafür auch mit Geldgebern sprechen, so der "Spiegel". Schulz und Anger haben das Unternehmen bereits verlassen, Grund für die Trennung seien "unterschiedliche Auffassungen zur zukünftigen Ausrichtung des Online Video Streaming Anbieters", wie Vivendi Ende vergangener Woche mitteilte.

Von Watchever war bislang keine Stellungnahme zu erhalten. ire
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