Vier Sonderseiten "BamS" leistet Abbitte für Anti-Islam-Kommentar

Montag, 04. August 2014
"BamS"-Chefin Marion Horn entschuldigt sich für den Kommentar (Foto: Axel Springer)
"BamS"-Chefin Marion Horn entschuldigt sich für den Kommentar (Foto: Axel Springer)


Mit vier Sonderseiten reagiert die "Bild am Sonntag" auf die seit einer Woche geführte Islam-Debatte. Chefredakteurin Marion Horn
entschuldigt sich für den entstandenen Eindruck und bezeichnete den Abdruck des Kommentars klipp und klar als "Fehleinschätzung". Ihr Stellvertreter Nicolaus Fest hatte den Islam pauschal als "Integrationshindernis" bezeichnet und damit heftige Reaktionen hervorgerufen. Selten hat ein Artikel in der "BamS" ein solches Echo hervorgerufen: Noch am Sonntag vergangene Woche hatte sich Horn via Twitter für den kontroversen Kommentar ihres Stellvertreters Fest entschuldigt, am Montag folgte in "Bild" eine ausführliche Stellungnahme von Chefredakteur Kai Diekmann. Die Abbitte der Springer-Zeitung gipfelte gestern nun in vier "BamS"-Extra-Seiten. "Noch nie bekamen wir so viele Leserbriefe. Bestürzte, wütende, zustimmende. Heute drucken wir eine Auswahl, die die Reaktionen ausgewogen abbilden soll", schreibt Horn.

Und weiter: "Es ist der Eindruck entstanden, dass sich 'Bild am Sonntag' gegen den Islam stellt. Dass dieser Eindruck entstanden ist, bedaure ich sehr." Horn betont, bei Springer sei es möglich, unterschiedliche Meinungen zu haben, weshalb sie sich als Chefredakteurin auch für den Abdruck des Fest-Kommentars entschieden habe. "Wohl eine Fehleinschätzung, denn wir haben mit diesem Kommentar viele Menschen verletzt", so Horn.

Endgültig erledigt sein wird das Thema für die "Bild am Sonntag" allerdings auch nach der öffentlichen Abbite nicht: Am Freitag hatte der Türkische Bund in Berlin-Brandenburg Strafanzeige gegen Nicolaus Fest, unter anderem wegen Volksverhetzung und öffentlicher übler Nachrede, gestellt. Gleiches tat der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Serdar Yüksel (SPD). Und auch der Deutsche Presserat wird sich noch mit dem Fall beschäftigen: Alleine am Tag nach der Veröffentlichung registrierte das Kontrollorgan knapp 150 Beschwerden. fam
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