Via HbbTV Sender können Daten von Smart-TVs ausspähen

Freitag, 18. Oktober 2013
Wer einen Smart-TV hat, wird womöglich selbst beobachtet
Wer einen Smart-TV hat, wird womöglich selbst beobachtet


Mittlerweile verfügt nahezu jedes neue Fernsehgerät über einen Internetanschluss. Über den Standard HbbTV können Zuschauer Zusatzdienste wie Videos oder Hintergrundinformationen abrufen. Allerdings ermöglicht der Standard den Sendern offensichtlich auch, das Fernsehverhalten der Zuschauer auszuspähen und zu analysieren. Das berichtet die "Computer Bild".
Die Redaktion hat im Labor den Datenverkehr zwischen einem Smart-TV und dem Internet protokolliert. Dabei stellten die IT-Experten fest: Bei jedem Senderwechsel wird eine sogenannte Startapplikation aktiviert - auch wenn der Zuschauer HbbTV gar nicht aktiv nutzt. "Die Startapplikation verhält sich wie eine normale Internetseite, nur ist sie in der Regel durchsichtig", erklärt HbbTV-Experte Klaus Merkel vom Institut für Rundfunktechnik in München. Beim Verbindungsaufbau wird dann zum Beispiel die Kennung des Geräts übertragen. Auch der ungefähre Standort des Zuschauers lässt sich aus den Daten ablesen.

Viele Sender lassen die Nutzungsdaten laut "Computer Bild" zudem durch Google Analytics auswerten. So können die Sender unter anderem sehen, wie oft eine Sendung in der Mediathek abgerufen wird. Anhand der IP-Adresse des Fernsehgeräts können allerdings auch Daten des Nutzers erhoben werden, wie zum Beispiel der Standort oder die Nutzungshäufigkeit. Zuschauer, die sich über ihr Smart-TV bei Youtube oder Google+ anmelden, können sogar eindeutig identifiziert werden. dh
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