Vertriebserlöse "FAZ" erhöht Abonnement-Preise

Montag, 22. September 2014
Das Verlags- und Redaktionsgebäude der "FAZ" im Frankfurter Westen
Das Verlags- und Redaktionsgebäude der "FAZ" im Frankfurter Westen
Foto: FAZ

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" dreht an der Preisschraube. Bereits zum 1. Oktober werden die Preise für das Abonnement um rund zehn Prozent angehoben. Die Einzelverkaufspreise bleiben konstant. Äußerungen von Geschäftsführer Thomas Lindner, dass ein Print-Abo langfristig mit über 1000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen könnte, versucht der Verlag aber zu relativieren.
Am Samstag gab die Tageszeitung per Mitteilung auf der Titelseite bekannt, dass die Abo-Preise bereits zum 1. Oktober angehoben werden. Der Preis für das reguläre Print-Abo (Montag bis Samstag) steigt von 49,90 Euro auf 54,90 Euro, inklusive der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" kostet das Monats-Abo künftig 61,90 Euro statt bislang 56,90 Euro. Die Preise für das E-Paper erhöhen sich von 32,90 Euro auf 34,90 Euro (Mo.-Sa.) beziehungsweise 41,90 Euro inklusive der "FAS" (zuvor 39,90 Euro). Die Einzelverkaufspreise bleiben unverändert.
Die Preiserhöhungen sind Teil der Bemühungen von Geschäftsführer Thomas Lindner, die zuletzt defizitäre Tageszeitung wieder in die schwarzen Zahlen zu führen: "Bereits in der Vergangenheit haben wir unsere Abonnementpreise jährlich angepasst. Auch bei der aktuellen Preiserhöhung handelt es sich um eine reguläre Anpassung der Abonnementpreise, die aus den steigenden Kosten resultiert. Die Einzelverkaufspreise der FAZ und FAS bleiben unverändert", so Lindner.

Erst vergangene Woche hatte die "FAZ" ein tiefgreifendes Sparprogramm angekündigt. Bis 2017 sollen die Kosten um jährlich 20 Millionen Euro sinken, in den kommenden zwei bis drei Jahren werden 200 Stellen werden abgebaut. "Auch die FAZ wird den neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Tribut zollen. Wir müssen unsere Strukturkosten der veränderten Erlössituation anpassen, denn wir wollen die FAZ in den kommenden Jahren in eine nachhaltig stabile Wirtschaftlichkeit führen", begründete Lindner das Sparpaket. Offensichtlich versucht der ehemalige "Stern"-Geschäftsführer auch die Einnahmen zu stabilisieren und die sinkenden Werbeerlöse durch steigende Vertriebspreise zumindest teilweise wieder aufzufangen. 
Thomas Lindnder
Bild: Foto: F.A.Z./Alexander Schwander

Mehr zum Thema

FAZ Lindner will 20 Millionen Euro einsparen

Auf einer Betriebsversammlung am vergangenen Dienstag kündigte Lindner einem Bericht von Newsroom.de zufolge an, den Preis für ein Print-Abonnement innerhalb der nächsten Jahre auf bis 1000 Euro pro Jahr anzuheben. Zum Vergleich: Ab Oktober schlägt das Abo inklusive der "FAS" pro Jahr mit 742,80 Euro zu Buche. Der Verlag versucht die Aussagen des Geschäftsführers aber mittlerweile zu relativieren. "Die Aussage bei der Mitarbeiterversammlung lautete, dass die FAZ so gut sein und bleiben muss, dass wir irgendwann für das Jahresabonnement 1.000 Euro verlangen könnten und für das digitale 500 Euro. Dies war ein Bild, um zu demonstrieren, wie wichtig auch weiterhin die journalistische Qualität der FAZ sein wird, jedoch keine konkrete Preisstrategie", teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit. dh
Meist gelesen
stats