Vertrieb Bauers Außendienst für den Lebensmittelhandel startet

Montag, 07. Februar 2011
Geschäftsleiter Bertram schickt Außendienst los
Geschäftsleiter Bertram schickt Außendienst los

Die im November angekündigte Außendienstmannschaft, mit der die Bauer Vertriebs KG die Position des eigenen Sortiments im Lebensmitteleinzelhandel stärken will, hat ihre Arbeit aufgenommen. Seit Anfang Februar ist bundesweit ein Team von Verkaufsberatern im Einsatz. Ziel ist es, Filialleiter von Supermärkten und Discountern sensibler für das Pressesortiment zu machen und diese dazu zu bringen, umsatzstarke Titel in Vollsicht zu präsentieren. Dass Bauer versucht, den Lebensmitteleinzelhandel auf breiter Front für Presseprodukte allgemein und die eigenen im Besonderen einzunehmen, hat einen guten Grund: Erzielt der Hamburger Verlag doch rund 45 Prozent seines Einzelverkaufsumsatzes im Lebensmitteleinzelhandel, der jedoch gerade mal ein Fünftel aller 123.000 Presseverkaufsstellen insgesamt stellt.

Bereits Ende November startete daher die Homepage Sie-haben-die-Macht.de, in der Bauer darüber aufklärt, wie die echten Umsatzbringer am Besten in den Filialen präsentiert werden können und auch welche das sind. So können die Nutzer eine Liste der nach IVW umsatzstärksten Zeitschriften downloaden. Auch Details aus einer GVK-Studie und eine Check-Liste für die optimale Darbietung der Presseprodukte beinhaltet die Seite.

Die Offensive ist bei Konkurrenten und vor allem in Grosso-Kreisen umstritten. Vor allem Titel mit niedrigerer Auflage würden unter einer umsatzabhängigen Präsentation der Zeitschriften leiden, so die Befürchtungen. Heribert Bertram, Geschäftsleiter der Bauer Vertriebs KG, rechtfertigt den Schritt: "Es ist unser Anspruch, im Einzelhandel der Marktbedeutung entsprechend präsent zu sein und unsere Produkte aktiv zu vermarkten. Das ist in der Markenartikelindustrie so üblich - und wir sind mit unseren starken Zeitschriften wie zum Beispiel ,Bravo', ,TV Movie' , ,Tina' und ,Neue Post' definitiv Markenartikler."

Bauer ist derzeit auf hartem Konfrontationskurs. Vergangene Woche hatte der Verlag eine Abmahnung an den Kölner Grosso-Verband geschickt. Der Vorwurf: Es gibt ein angeblich unzulässiges Preis- und Konditionenkartell sowie angeblich kartellrechts- und wettbewerbswidrige Behinderungen. Diese Abmahnung gilt als Vorstufe gegen eine Klage vor dem Landgericht. pap
Meist gelesen
stats