"Vertrauen in die Gattung ist ungebrochen" Paul Mudter kontert OWM-Thesen

Mittwoch, 18. September 2013
Paul Mudter ist Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises OVK
Paul Mudter ist Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises OVK


Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat sich die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) an die Online-Vermarkter gewandt. Die Quintessenz des gestern veröffentlichten Thesenpapiers: Werbung in digitalen Medien sei mit wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden. Paul Mudter, Vorsitzender des Online-Vermarkterkreises (OVK), kann die Kritik an der Gattung nicht nachvollziehen: Von einem fehlenden Nachweis der Werbewirkung könne so nicht gesprochen werden, so Mudter im Interview mit HORIZONT.NET.
Die OWM nutzt die Dmexco wieder zur Negativstimmung gegen Digital. So behauptet der Verband, für Unternehmen sei es mit wirtschaftlicher Unsicherheit verbunden, digital zu werben. Grund: Es gebe keine zuverlässigen Angaben darüber, wie viele Menschen die Onlinewerbung sehen bzw. ob das Werbemittel auf die gebuchten Seiten ausgeliefert wurde.
Die Investitionen in digitale Werbung sind auch in diesem Jahr deutlich gewachsen. Eine Verunsicherung der Werbetreibenden lässt sich hier nicht erkennen. Ganz im Gegenteil, das Vertrauen in die Gattung ist nach wie vor ungebrochen. Diese Entwicklung sehen wir nicht nur in Deutschland sondern weltweit. Im deutschen Markt haben wir mit der AGOF darüber hinaus eine Währung, die mit einem einzigartigen Erhebungsmodell weit über den internationalen Standards liegt.

Die OWM behauptet, es drohe die Gefahr von Budgetkürzungen, weil der Nachweis der Werbewirkung in vielen Fällen fehlt.
Es gibt kaum ein Medium, welches einen derart großen Anteil der Umsätze in Forschung/Werbewirkungsforschung reinvestiert. Dazu kommen dann noch zahlreiche individuelle Studien von Kunden-, Agentur- und Vermarkterseite. Von einem fehlenden Nachweis der Werbewirkung kann so nicht gesprochen werden.

Die OWM kritisiert die Insellösungen beim Nachweis von Werbewirkung. Warum hat sich die Branche unter Federführung des OVK bislang zu keinem konsensualen Standard durchringen können?
Der OVK alleine kann sicherlich keine medienübergreifende Währung etablieren, bringt sich jedoch über seine Mitglieder in die entsprechenden Diskussionen in der ag.ma ein. Wir gehen hier mit gutem Beispiel voran. Mit den Digital Facts wird die AGOF im nächsten Jahr zumindest für die digitalen Medien einen übergreifenden Standard zur Verfügung stellen. Zu dem konkreten Thema der Sichtbarkeit gab es seitens des OVK den Vorschlag sich den sukzessive etablierenden internationalen Standards anzuschließen. Dafür konnte bisher im deutschen Markt keine Mehrheit gefunden werden.

Um den marktseitigen Anforderungen hier Genüge zu tun, wollen wir nun das Thema Visibilität über eine neutrale Instanz als Benchmark transparent und planbar machen und dem Markt zur Verfügung stellen. Kurzfristiges Ziel ist es, die Visibilität innerhalb des in der AGOF geplanten O-Wertes über alle Webseiten regelmäßig zentral zu erheben und dann über die Planungs-Tools auszuweisen.

Ist der OVK auch der Ansicht, dass viele Mediaagenturen vor allen Dingen eigene und nicht die Interessen ihrer Auftraggeber wahrnehmen?
Dies können wir nicht bestätigen. Interview: Volker Schütz
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