Vermarkterstreit VPRT-Vorstand Schunk stellt sich hinter RMS

Dienstag, 17. Dezember 2013
VPRT-Vorstand Schunk hält an Forderungen fest
VPRT-Vorstand Schunk hält an Forderungen fest

Im Streit zwischen Privatradiovermarkter RMS und der WDR Mediagroup schaltet sich nun auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) ein. Klaus Schunk, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Rundfunkverbandes, bestärkt gegenüber HORIZONT die Forderung nach einer Beschränkung der Werbezeiten auf öffentlich-rechtlichen Radiosendern. "Wir diskutieren hier Positionen des VPRT, die nicht neu, sondern schon seit fast vier Jahren bekannt sind", sagt er. RMS-Chef Florian Ruckert hatte vergangene Woche in einem Interview mit einem Branchendienst gefordert, nach dem NDR-Vorbild die Werbezeit auf öffentlich-rechtlichen Radiostationen auf 60 Minuten pro Tag und nur einen Sender zu begrenzen. Diese Forderung stößt den privatwirtschaftlich organisierten Vermarktern der Anstalten übel auf. Michael Loeb, Chef der WDR Mediagroup, hatte daher gedroht, die gemeinsamen Gattungsmarketingaktivitäten von RMS und AS&S Radio auf den Prüfstand zu stellen. Die WDR Mediagroup ist der größte Gesellschafter der AS&S.

"Wir haben im Werbethema, übrigens schon im Frühjahr 2010, einen Vorschlag mit Augenmaß unterbreitet, der insbesondere den übergeordneten Interessen der Gattung Radio Rechnung trägt", erinnert nun VPRT-Vorstand Schunk. In einem umstrittenen Forderungspapier hatte der Verband eine Angleichung der Werbezeiten mit gleichzeitiger Verringerung gefordert. Passiert ist seither jedoch nichts.

Die politischen Forderungen mit der Gattungsarbeit zu vermengen, stößt Schunk übel auf. "Um in ordnungspolitischen Positionen vermeintlich Nachdruck zu verleihen, sollte niemand Schritte gehen, die dann wirklich die Gattung schwächen können", so Schunk, der hauptamtlich Geschäftsführer von Radio Regenbogen ist.

RMS und AS&S Radio arbeiten beim auf Eis liegenden Gattungsevent Radioday zusammen, haben einen Teil ihrer Forschung unter der Marke Audio Effekt koordiniert und diskutieren derzeit auch darüber, ihre Kreativpreise Radiostars (AS&S) und Ramses (RMS) zusammenzulegen. All diese Aktivitäten könnten nun gefährdet sein.

Für Schunk ist die aktuelle Forderung nach Werbereduzierung jedoch kein Grund, die Gattungsinitiativen zu stoppen. "Ich setze am Ende des Tages auf die Vernunft und die gemeinsamen Interessen aller Beteiligten und auf eine sachliche Diskussion, die uns in diesem Thema von Anfang an ein wichtiges Anliegen war."

In der Sache bleibt Schunk jedoch hart. Die ARD-Wellen und die Organisation der Werbungtreibenden im Markenverband (OWM) argumentieren, dass Beschränkungen dazu führen würden, dass insgesamt weniger Geld bei der Gattung hängen bliebe. Das glaubt der VPRT nicht. 2012 hatte er mit der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten die Ebiquity-Studie "Auswirkungen von Werbebeschränkungen auf ARD Sendern auf die Attraktivität des Mediums Radio für Werbetreibende" vorgelegt. "Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Radio auch dann bei nur geringen Leistungseinbußen ein national unverzichtbares Medium bleiben würde und das andere Befürchtungen unbegründet sind", so Schunk. pap
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