Verlagsriesen auf dem Deutschen Medienkongress Unterhaken statt Rüsselvergleich

Mittwoch, 21. Januar 2015
Julia Jäkel auf dem Deutschen Medienkongress
Julia Jäkel auf dem Deutschen Medienkongress
Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images

So ändern sich die Zeiten: Da stehen fünf Verlagschefs beim Deutschen Medienkongress auf dem Branchenpodium, das alle immer "Elefantenrunde" nannten – und sie zoffen und streiten sich gar nicht! Was ist da los? Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel bringt die Begründung auf den Punkt: "Die Zeiten sind vorbei, wo sich alle damit beschäftigen, wer den längsten Rüssel hat." Alle Verlage sitzen in einem Boot, das merkt man an diesem Abend. Rüsselvergleiche gibt es aber trotzdem.

Unerwartete Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern der "Elefantenrunde" beim Deutschen Medienkongress
Unerwartete Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern der "Elefantenrunde" beim Deutschen Medienkongress (Bild: Alexander Hassenstein/Getty Images)
So nutzen die Verlagschefs das Podium in Frankfurt, um ihren neuen Anlauf einer gemeinsamen Werbewirkungsforschung vorzustellen – und dabei gegen den Wettbewerber TV zu schießen, der ihnen zuletzt Anteil um Anteil im Werbemarkt abgenommen hat: "Das Fernsehen verkauft auch noch den 11. Kontakt zum selben Dauerzuschauer genauso wertvoll wie wir unsere Erstkontakte zu Menschen, die ihre Titel bewusst kaufen und lesen", lästert Axel-Springer-Vorstand Andreas Wiele.
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Um dies effektiver und lautstärker als bisher zu belegen – diese Vorab-News gab es für die Besucher des Deutschen Medienkongresses –, übernehmen Axel Springer, Burda, G+J und Bauer künftig die Aktivitäten des bisherigen Forschungsvereins Ad Impact Monitor (AIM), und zwar über jene schlanke Organisation, die bereits Markt-Media-Forschung betreibt, mit der Großstudie "Best for Planning". Entsprechend heißt die gemeinsame Wirkungsforschung künftig "Best for Tracking". Das kartellrechtliche Okay vorausgesetzt, macht auch die Funke Mediengruppe noch mit. Im Vergleich zur Initiative der TV-Sender forsche man "neutral und gattungsübergreifend", sagt Burda-Vorstand Philipp Welte. Und Bauer-Geschäftsführer Jörg Hausendorf betont die "überzeugende Methodik".
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Intramediale Harmonie auch zuvor: Da lobt Burda-Mann Welte die Aktivitäten der Häuser Springer ("Beherzte Initiative, digitalen Bezahljournalismus zu etablieren!"), Bauer ("Mutige Bekenntnisse zu Print-Magazinen!") und G+J ("Effizientere Neuaufstellung!") – sicherlich auch, um die vielfältigen E-Commerce-Aktivitäten seines eigenen Hauses (Stichwort Tierfutter) einzuordnen: "Ich kann Tierfutter über eine Anzeige verkaufen – oder eben auch direkt."
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Und da lobt Bauer-Mann Hausendorf das Wohlfühl-Magazin "Flow" von G+J als Beispiel dafür, dass Print dann erfolgreich ist, wenn die Gattung ihre Stärken ausspielt, etwa Haptik und Leseerlebnis. Und selbst Bauers in den kommenden Wochen geplanter Großlaunch des Wochenmagazins "People" wolle und werde mitnichten Titel wie "Bunte" (Burda) und "Gala" (G+J) angreifen, denn es gebe weiterhin Möglichkeiten im deutschen Zeitschriftenmarkt: "Wir erwarten keinen Verdrängungswettbewerb, weil ,People‘ ganz anders sein wird als ,Bunte‘ und ,Gala‘", so Hausendorf.

„Wir Verlage sind höchst lebendig.“
Julia Jäkel
Allerdings, auch da sind sich die Verlagschefs einig: Einen neuen Print-"Blockbuster" werde es nicht mehr geben, stattdessen viele neue Titel, die entstehende Leserbedürfnisse und Interessen abbilden. Denn, so G+J-Chefin Jäkel: "Wir Verlage sind höchst lebendig." Ganz im Sinne von Gabor Steingart, dem Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt. Er plädiert für einen "erweiterten Begriff des Journalismus", inklusive Studien, Konferenzen und Live-Diskussionen, die wiederum News, Themen und News generierten: "Wir wollen nicht in den Werbeblock vor die ,Tagesschau‘, sondern in die ,Tagesschau‘". Wobei man dann wieder beim wahren Gegner der Verlage wäre, beim Fernsehen. rp

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