Verlagsgruppe News Gruner + Jahr zieht sich aus Österreich zurück

Montag, 20. Juni 2016
Die Website der österreichischen Verlagsgruppe News
Die Website der österreichischen Verlagsgruppe News
Foto: Screeenshot VGN.at

Paukenschlag in der österreichischen Medienlandschaft: Gruner + Jahr trennt sich von seinem Anteil an der Verlagsgruppe News (VGN). Neuer Mehrheitsgesellschafter wird Horst Pirker, seit zwei Jahren Geschäftsführer der VGN.
Gruner + Jahr zieht einen Schlusstrich unter seine Aktivitäten in der Alpenrepublik. Horst Pirker übernimmt den 56-prozentigen Anteil von G+J an der Verlagsgruppe News, in der unter anderem das gleichnamige Wochenmagazin und die Zeitschrift "Profil" erscheinen. "Wir sind mit Entschiedenheit dabei, alle unsere Geschäfte darauf zu prüfen, wie sie zu dem sich neu formenden Gruner + Jahr passen", erläutert Gruner + Jahr-Chefin Julia Jäkel die Entscheidung. "Unser strategischer Schwerpunkt liegt dabei auf der Transformation aller unserer Geschäfte, zuvorderst in den Kernmärkten Deutschland und Frankreich, und raschem digitalen Wachstum. Dass es nun Horst Pirker ist, der unsere Anteile erwirbt, macht uns sehr froh. Er steht für die Zukunft der VGN - und damit auch für die bestmögliche Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was uns besonders wichtig war."

Die Verlagsgruppe News war in den vergangenen Jahren in die Verlustzone gerutscht. Nach Informationen des "Standard" hatte Gruner + Jahr zuletzt noch rund 15 Millionen Euro in den Verlag gepumpt. Der neue Haupteigentümer Horst Pirker, der der Verlagsgruppe einen strikten Sanierungskurs verordnet hat, lobt in einer Stellungnahme das Engagement der Hamburger: "Alle Mitarbeiter der VGN sind Gruner + Jahr zu großem Dank verpflichtet. Gruner + Jahr hat stets, auch noch zuletzt, alle seine Verpflichtungen als Hauptgesellschafter mehr als erfüllt, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Die VGN kann den weiteren Restrukturierungsprozess nun dementsprechend gestärkt angehen."

Man werde Gruner + Jahr freundschaftlich verbunden bleiben und auch künftig im Vertrieb, in der Vermarktung, im Bereich Content Communication und in redaktionellen Kooperationen eng zusammenarbeiten. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. dh
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