VPRT-Vorsitzender Schmid "Wir müssen mehr erklären"

Donnerstag, 11. Juli 2013
Schmid setzt sich für konvergente Medienordnung ein
Schmid setzt sich für konvergente Medienordnung ein

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) will Politikern komplexe Themen rund um Medienkonvergenz besser erklären. "Viele Politiker kennen Smart-TVs gar nicht", sagte Tobias Schmid, Vorstandsvorsitzender des Verbandes, gestern vor Journalisten. Um ihnen anschaulich zu machen, dass schon heute auf einem Fernsehgerät das normale TV-Programm, Video-on-Demand-Angebote der Sender und Apps völlig TV-ferner Anbieter aufeinandertreffen, will der VPRT die Politiker zum Beispiel in die Showrooms von Pro Sieben Sat 1 und der Mediengruppe RTL Deutschland einladen. Beide TV-Konzerne haben Wohnzimmerähnliche Bereiche eingerichtet, in denen die gesamte Technologie verfügbar ist, mit denen heutzutage Bewegtbildinhalte jeder Art angesehen werden.

Schmid und VPRT-Geschäftsführer Claus Grewenig glauben, dass die Unwissenheit darüber, wie Konvergenz - also das Zusammenwachsen der Endgeräte - in der Praxis aussieht, einer der Gründe dafür ist, dass die Neuordnung der Medienregulierung nur langsam voran geht. Derzeit sind TV-Anbieter durch den Rundfunkstaatsvertrag stark beschränkt, beispielsweise dürfen sie pro Stunde nur 12 Minuten Werbung ausgespielen. Andere Anbieter aus der Onlinewelt wie Youtube oder auch Bild.de unterliegen dagegen keinen Beschränkungen bei Bewegtbild. Mit der Konvergenz treffen nun alle auf einem Monitor zusammen.

Man habe Fehler in der Kommunikation gemacht, räumen Schmid und Grewenig ein. "Wesentlich ist nicht, was wir sagen, sondern was gehört wird", sagt Schmid, der seit November 2012 als Vorsitzender des Vorstandes an der Spitze des Verbandes steht. Hauptberuflich ist er Leiter der Medienpolitik der Mediengruppe RTL Deutschland. pap
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