VPRT N-TV-Chef Demmel kandidiert für Vorsitz, Geschäftsführer Grewenig wechselt zu RTL

Montag, 08. August 2016
Hans Demmel
Hans Demmel
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Nach Tobias Schmids Wahl zum Direktor der LfM stellt sich Anfang September N-TV-Geschäftsführer Hans Demmel zur Wahl als Vorstandsvorsitzender des VPRT. Überraschend verlässt aber auch Geschäftsführer Claus Grewenig den Verband. Er übernimmt Schmids Posten bei der der Mediengruppe RTL.
Der VPRT hat nach HORIZONT-Informationen den Nachfolgekandidaten für seinen Vorstandsvorsitzenden Tobias Schmid gefunden. Hans Demmel, Geschäftsführer des Nachrichtensenders N-TV, hat sich demnach bereit erklärt, das Amt an der Spitze des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien zu übernehmen. Turnusmäßig gewählt werden soll er bei der nächsten Mitgliederversammlung, die Anfang September stattfinden wird. Notwendig geworden war die Nachfolgesuche, nachdem sich Ende Juni Tobias Schmid zum Direktor der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien (LfM) hat wählen lassen. Die Wahl war umstritten, wird damit doch der oberste Lobbyist der Privatsender zum Wächter über Privatsender. Der 46-Jährige war seit 2012 Vorstandsvorsitzender des VPRT, als Vertreter der Mediengruppe RTL, wo er seit 2005 für die Medienpolitik zuständig war. Auch dieser Posten muss mit Beginn des Jahres 2017 neu besetzt werden, und auch dafür ist nach HORIZONT-Informationen jemand Bekanntes gefunden: Claus Grewenig, Geschäftsführer des VPRT.
Claus Grewenig
Claus Grewenig (Bild: VPRT)
Der 41-jährige Jurist arbeitet seit 15 Jahren für den Verband. Zunächst kümmerte er sich um den Bereich Multimedia/Recht, wurde 2006 Justiziar, später zusätzlich stellvertretender Geschäftsführer. Seit April 2011 ist der gebürtige Landauer alleiniger Geschäftsführer des VPRT.

RTL-Chefin Anke Schäferkordt bestätigt die Personalie: "Claus Grewenig ist durch seine langjährige Tätigkeit beim VPRT mit den aktuellen medienpolitischen Herausforderungen privater Medienunternehmen bestens vertraut". Die Geschäftsführerin freut sich, "dass die Mediengruppe RTL Deutschland künftig von seiner fachlichen Kompetenz profitieren wird."

Grewenig sagte zu seiner Entscheidung, nach Köln zu gehen: "Die Digitalisierung verändert die Medienlandschaft in hohem Tempo, und die Medienbranche arbeitet längst in einer konvergenten Realität, mit der die Regulierung noch nicht Schritt hält. Es ist eine spannende Herausforderung, für die Mediengruppe RTL einen aktiven Beitrag für konvergentere medienpolitische Rahmenbedingungen der Kreativindustrie leisten zu dürfen." Wer Grewenig beim VPRT folgt, ist bisher offen. Der Vorstand, der erst am vorigen Freitag darüber informiert wurde, dass zeitgleich zum Vorsitzenden auch der Geschäftsführer den Verband verlässt, wird das entsprechende Verfahren nun einleiten. Zunächst aber gilt es, in vier Wochen den Vorsitzenden des Verbands zu wählen. Hans Demmel gilt einerseits als klassischer Kompromisskandidat. Damit unterscheidet sich der VPRT vom Verband der Zeitungsverleger. Der BDZV kürte erst kürzlich Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner zum Präsidenten.

Andererseits wird Demmel, der sich als Mitglied des VPRT-Vorstands in allen medienpolitischen Themen auskennt, als ausgleichender, zumal zurückhaltender Charakter beschrieben. Anders als der Jurist Schmid kommt Demmel aus dem Journalismus. Nach dem Abitur volontierte er beim "Oberbayerischen Volksblatt" und arbeitete dort anschließend als Lokalredakteur, bevor er 1979 zum Bayerischen Fernsehen wechselte und elf Jahre später zum Privatfunk. Nach Stationen als Chef vom Dienst, USA-Korrespondent und stellvertretender Redaktionsleiter der Sat 1-Nachrichten ging er zu RTL ("Extra"), 2002 als Chefredakteur zu Vox, kehrte drei Jahre später als Leiter der Magazine zurück zu RTL und ist nun seit 2007 Geschäftsführer des Nachrichtensenders N-TV.

Keine Veränderung ist auf den Posten der beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des VPRT zu erwarten. Das sind Klaus Schunk (Radio Regenbogen) als Leiter des Fachbereichs Radio und Audiodienste sowie Julian Geist (ProSiebenSat.1) als Leiter des Fachbereichs Fernsehen und Multimedia. usi
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