VG Media Zwölf Verlage beteiligen sich an Verwertungsgesellschaft

Dienstag, 18. Februar 2014
Der Gesellschafterkreis der VG Media wird größer
Der Gesellschafterkreis der VG Media wird größer

Nun ist es offiziell: Insgesamt zwölf Presseverlage steigen als Gesellschafter bei der VG Media ein. Die Verlage werden durch eine Erhöhung des Stammkapitals künftig 50 Prozent der Anteile an der Verwertungsgesellschaft halten. Die VG Media soll die Rechte der Verlage aus dem Leistungsschutzrecht gegenüber Aggregatoren wie Google News durchsetzen. Zu den zwölf Verlagen gehören neben Schwergewichten wie Axel Springer, Hubert Burda Media und der Funke Mediengruppe vor allem regionale Zeitungshäuser wie Aschendorff Medien, der Münchner Zeitungs-Verlag oder die Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft (eine komplette Liste der neuen Gesellschafter finden Sie unten). Das Kartellamt muss dem Einstieg der Verlage noch zustimmen.

Von der Beteiligung an der VG Media, die bislang ausschließlich die Rechte von 13 privaten Fernseh- und Radiosendern vertreten hat, versprechen sich die Verlage in erster Linie eine höhere Schlagkraft bei der Durchsetzung ihrer Rechte gegenüber globalen Branchenriesen wie Google & Co: "Im Zeitalter der sich rasant entwickelnden Digitalisierung sind ein möglichst umfangreiches Rechteportfolio und eine breite Gesellschafterbasis für eine konsequente und kollektive Rechtsdurchsetzung der Urheber- und Leistungsschutzrechte der privaten Medienwirtschaft gegenüber international agierenden Infrastrukturbetreibern unerlässlich", kommentiert Conrad Albert, Vorstand Legal, Distribution & Regulatory Affairs von Pro Sieben Sat 1 Media die Erweiterung des Gesellschafterkreises.

"Wir haben jetzt die große Chance, selbst über die gewerbliche Verwertung von journalistischen Inhalten zu entscheiden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung unserer digitalen Zukunft und zugleich ein Beitrag zur Sicherung von publizistischer Qualität und Vielfalt, auch im Interesse der Journalisten", ergänzt Springer-Chef Mathias Döpfner. "Wir halten dies für den besten Weg."

Die beteiligten Verlage sind also offensichtlich gewillt, ihre Rechte aus dem Leistungsschutzrecht auch durchzusetzen. Google hatte mit einem Opt-In-Verfahren auf das neue Gesetz reagiert: Verlage und andere Inhalte-Anbieter müssen einer Veröffentlichung bei Google News damit nun explizit zustimmen. Die meisten Verlage haben zugestimmt und lassen ihre Inhalte auch weiterhin bei Google News anzeigen - allerdings betonten die meisten Verlage, dass die Zustimmung nur so lange gilt, bis die Voraussetzungen für eine Auswertung der Rechte geschaffen sind. dh

Die neuen Gesellschafter der VG Media

Aschendorff Medien
Axel Springer
Burda
Evangelischer Presseverband Norddeutschland
Funke Mediengruppe
Mediengruppe M. DuMont Schauberg
Münchener Zeitungs-Verlag
Presse-Druck und Verlags-GmbH
Rheinisch-Bergische Verlagsgesellschaft
sh:z Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag
Verlagsgesellschaft Madsack
ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland
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