VDZ Rudolf Thiemann ist neuer Präsident / Katja Kohlhammer und Philipp Welte als Vizes

Sonntag, 05. November 2017
Rudolf Thiemann
Rudolf Thiemann
© VDZ

Habemus Praeses: Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) startet seine jährliche Hauptveranstaltung Publishers' Summit an diesem Montag und Dienstag in Berlin mit neuer Spitze. Erwartungsgemäß hat die Delegiertenversammlung am Sonntagnachmittag Rudolf Thiemann einstimmig zum Präsidenten gewählt. Auch zwei Vize-Posten wurden neu vergeben.

Die Präsidentenwahl mit Thiemanns Kandidatur war nötig geworden, weil Vorgänger Stephan Holthoff-Pförtner nach nur acht Monaten hingeschmissen hatte, um in die Politik zu gehen. Und das, nachdem die wichtigen Mitglieder G+J, Spiegel und Zeit sein Berufungsverfahren zum Anlass genommen hatten, aus dem Fachverband auszutreten.

Nun sollen wieder Ruhe, Versöhnung und Schlagkraft einkehren im Verband. „Die Wahl Rudolf Thiemanns ist ein gutes Zeichen für den VDZ und seine 500 Mitgliedsverlage – tief in unserem Geschäft verankert, politisch denkend, ausgleichend und menschlich“, sagt VDZ-Ehrenpräsident Hubert Burda. Thiemann zeichneten „hohe Akzeptanz sowie diplomatisches Geschick und Geradlinigkeit aus“, so Burda, der vor Holthoff-Pförtners Intermezzo selber fast 20 Jahre lang VDZ-Präsident war.

Thiemann, seit 20 Jahren VDZ-Vize, führt als Inhaber den Liborius-Verlag in der vierten Generation. Der promovierte Jurist „ist in der Branche und deren Umfeld bestens vernetzt, kennt die verlagswirtschaftlichen Herausforderungen und die medienpolitischen Themen“, so der VDZ. Thiemann verfüge „über diplomatisches Gespür und die Glaubwürdigkeit eines mittelständischen Verlegers“. In der HORIZONT-Ausgabe 44/2017 vom 3. November lesen Abonnenten ein Portrait des neuen VDZ-Präsidenten. Erst einmal übernimmt er jetzt die Amts-Restlaufzeit seiner Vorgänger Burda und Holthoff-Pförtner. Bereits im Sommer 2018 steht die Bestätigung des gesamten Präsidiums mit neuerlicher Wahl an, dann für eine volle Amtszeit bis Ende 2021. Thiemann hat schon jetzt erklärt, dann erneut anzutreten.

Als Novum gab es bei dieser Wahl einen Gegenkandidaten – den Clap-Mitherausgeber Peter Böhling. Dass er keine Chance hatte, sollte mit Blick aufs Wahlprocedere nicht verwundern: Bisher war es so, dass der Vorstand eines der Landesverbände einen Kandidaten vorschlägt – meist einen aus den eigenen Reihen. Wenn der Kandidat bereit ist, wird versucht, die übrigen Landes- und die drei Fachverbände (Publikums-, Fach- und Konfessionelle Zeitschriften) zu überzeugen. Gelingt dies, kann der Kandidat auf der Delegiertenversammlung mit einer einstimmigen Wahl rechnen, so wie jetzt Thiemann. Es ist aber auch möglich, sich ohne die vorherige Überzeugungstour direkt zu bewerben – so wie erstmals in diesem Jahr Böhling.

Neben der Wahl des Präsidenten standen auch Nachwahlen im Präsidium an: Katja Kohlhammer, Verlegerin der Konradin Mediengruppe und Vorsitzende des Südwestdeutschen Zeitschriftenverleger-Verbands, folgt als Vizepräsidentin auf Volker Breid, der die Branche vorerst verlassen hat. Und Philipp Welte, Verlagsvorstand Hubert Burda Media, folgt als Stellvertreter auf Thiemann.

Dem VDZ-Präsidium gehören weiterhin an: die Vizes Lars Joachim Rose (Verleger Mediengruppe Klambt) und Stefan Rühling (Vogel Business Media, Vorsitzender des Fachverbands Fachpresse im VDZ) sowie VDZ-Schatzmeister Christoph Müller (Geschäftsführer der Rudolf Müller Medienholding, Vorsitzender des Verbands der Zeitschriftenverlage in Nordrhein-Westfalen) und als geschäftsführendes Präsidiumsmitglied VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. rp

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