VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner tritt zurück

Donnerstag, 29. Juni 2017
Stephan Holthoff-Pförtner tritt als VDZ-Präsident zurück
Stephan Holthoff-Pförtner tritt als VDZ-Präsident zurück
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Stephan Holthoff-Pförtner VDZ Nordrhein-Westfalen


Nach nicht einmal einem Jahr im Amt tritt der Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, Stephan Holthoff-Pförtner, von seinem Amt zurück.
Grund für sein Ausscheiden aus dem Verbandsamt sind aber nicht interne Querelen im Verlegerverband, die seine Wahl im vergangenen Jahr überschattet hatten. Holthoff-Pförtner soll vielmehr ein Ministeramt in der neuen schwarz-gelben Landesregierung von Nordrhein-Westfalen übernehmen.  In dem neuen Kabinett von Ministerpräsident Armin Laschet wird der 68-Jährige Minister für Bundesangelegenheiten, Europa, internationale Beziehungen und Medien. Holthoff-Pförtner war erst Ende vergangenen Jahres zum Nachfolger von Hubert Burda gewählt worden, der den VDZ zuvor 20 Jahre lang geführt hatte. Die reguläre Amtszeit wäre im Juni 2018 ausgelaufen. 

"Ich habe den VDZ in den vergangenen Monaten als einen hoch innovativen und immens schlagkräftigen Verband erlebt", lässt Holthoff-Pförtner mitteilen. "Mein Dank gilt den Mitgliedern, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben, und den ausgezeichneten ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, die sich mit ganzer Kraft für unsere gemeinsamen Anliegen einsetzen. Es fällt mir nicht leicht, das großartige Amt des Präsidenten abzugeben. Und mir ist bewusst, dass ich viele VDZ-Mitglieder mit dieser Entscheidung enttäusche. Ich bitte um Verständnis, dass ich den Ruf des neuen nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten nicht ablehnen konnte." 

Die Personalie Holthoff-Pförtner hatte im Vorfeld der Wahl innerhalb des Verbands für Verstimmungen gesorgt. Die Chefs namhafter Verlage, darunter Julia Jäkel (Gruner + Jahr), Rainer Esser (Zeit Verlag) und Thomas Hass (Spiegel Verlag) fühlten sich bei der Nominierung des Mitgesellschafters der Funke Mediengruppe übergangen und kritisierten das Procedere der Nominierung von Holthoff-Pförtner im Vorfeld. Die Rede war von "Hinterzimmerbünden". 

Holthoff-Pförtner hatte sich nach seinem Amtsantritt um Ausgleich bemüht und bei seinem ersten Auftritt beim VDZ Publishers' Summit im November eine zweite, volle Amtszeit in Aussicht gestellt. Nun muss sich der VDZ schon wieder nach einem neuen Präsidenten umsehen. Bis zur nächsten Delegiertenversammlung im November wird das Präsidium den Verband führen. uv/dh
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