Urheberrecht Bildverbände laufen gegen Google Sturm

Montag, 27. Februar 2017
Der DJV-Vorsitzende Frank Überall lobt Stefan Aust
Der DJV-Vorsitzende Frank Überall lobt Stefan Aust
Foto: DJV
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Google Urheberrechtsverstoß Urheberrechte


Neun Anbieter professioneller Bilder wenden sich in einem offenen Brief an Google Germany. Sie kritisieren die Verletzung von Interessen und Urheberrechten der Fotografen durch die Bildersuche des Internet-Riesens. Grund für die Beschwerde ist die Neuerung, dass Bilder jeglicher Websites nun bereits in der Rasteransicht in Originalgröße angezeigt werden - ohne eine Nennung der Quelle.
Bislang wurden Nutzer der Google-Bildersuche stets auf die Website weitergeleitet, auf der das jeweilige Bild hochgeladen wurde. So war es früher. Wer heute ein Foto in der Rasteransicht anklickt, landet nicht mehr der ursprünglichen Website. Stattdessen wird das Bild im Blow-up in Originalgröße in der Bildersuche angezeigt - ohne Vermerk auf Urheber oder Quellwebsite. Dazu erscheinen die Buttons "Seite besuchen", "Bild ansehen" oder "Teilen". Wählt der Nutzer "Seite besuchen" oder "Bild ansehen", wird der Tab seit der Änderung in einem neuen Fenster geöffnet, die Bildersuche bleibt offen. Die Funktion "Teilen" ermöglicht ihm, das Foto direkt von Google in sozialen Netzwerken oder über eine E-Mail zu verbreiten  - und zwar ohne das Original-Bild jemals aufgerufen zu haben. Diese Neuerungen sehen die Bildverbände, darunter der Bundesverband professioneller Bildanbieter (BVPA), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die dju in ver.di, als klaren Verstoß gegen das Urheberpersönlichkeitsrecht sowie als Verletzung der Interessen ihrer Mitglieder. So führen sie in ihrem Brief zum Beispiel auf: "Das Bild in Originalgröße darzustellen und es dazu in den Quellcode der Seite einzubinden ist eine unzulässige Vervielfältigung und Online-Zugänglichmachung." Außerdem sei Google auf diese Weise nicht mehr Suchmaschine, sondern selbst Content-Anbieter. Deswegen müsse die Website, auf der das Bild eigentlich zu finden ist, nicht mehr aufgerufen werden. Die Seitenaufrufe gingen auf diese Weise um bis zu 80 Prozent zurück.

Deswegen fordern die Bildverbände Google in ihrem Schreiben dazu auf, die Verstöße gegen das Urheberrecht einzustellen und zu einer "rechtskonformen Suchanzeige" der Bilder zurückzukehren. Dazu zählt vor allem die Entfernung der Blow-Up-Ansicht sowie der "Teilen"-Funktion. Die Unterzeichner, darunter BVPA-Chefin Hella Schmitt, DJV-Boss Frank Überall sowie Sylvia Fondor vom Centre of the Picture Industry, erwarten bis zum 15. März eine Antwort des Konzerns. hor
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