Unüberbrückbare Differenzen Chimney-CEO Tobias Phleps schmeißt nach knapp einem Jahr hin

Donnerstag, 13. März 2014
Kurzes Gastspiel bei der Bewegtbildproduktion: Tobias Phleps
Kurzes Gastspiel bei der Bewegtbildproduktion: Tobias Phleps

Die Veränderungen sind ihm offenbar nicht schnell genug gegangen: Tobias Phleps, seit knapp einem Jahr CEO des Bewegtbilddienstleisters Chimney, verlässt das Unternehmen schon wieder. In einem Statement an Kunden und Geschäftspartner, das HORIZONT.NET vorliegt, sagt er, der Hintergrund für seinen Ausstieg sei eine unüberbrückbare Diskrepanz in der Kultur des Unternehmens einerseits und andererseits in den Ansprüchen, die sich hinter "The World s Premier Creation Agency" verbergen und einen Change-Prozess notwendig machen würden. Phleps hatte eigentlich die Aufgabe, die hierzulande als Postproduktion bekannte Firma gemeinsam mit seinem kreativen Counterpart Ralf Drechsler zu einem integrierten Bewegtbilddienstleister umzubauen. "Wir wollen künftig die gesamte Wertschöpfungskette im Bereich Bewegtbild anbieten", erklärte er noch im Januar gegenüber HORIZONT. Hinzu kamen ehrgeizige Expansionspläne: Eine Niederlassung in Frankfurt hat das Unternehmen mit Stammsitz in Berlin bereits eröffnet. Phleps schloss weitere Dependancen in München, Düsseldorf oder Hamburg nicht aus. Außerdem hatte er bei seinem Amtsantritt das Ziel verkündet, das Team von Chimney binnen fünf Jahren von derzeit knapp 30 Mitarbeitern auf 200 zu vergrößern. Den Umsatz von 3,3 Millionen Euro im Jahr 2013 wollte er bis 2018 auf 20 Millionen steigern.

Es scheint, als hätte der frühere Vorstand von Meta Design für seine großen Pläne bei Chimney nicht genügend Rückhalt von den Gesellschaftern der schwedischen Muttergesellschaft erhalten. Nichtdestrotz äußert sich Phleps zufrieden über das bisher Erreichte: "Wir haben es innerhalb kürzester Zeit geschafft, das Unternehmen in die Chimney Group zu überführen, konnten Chimney Deutschland wieder in die Gewinnzone bringen, haben Umsatz und Gewinn kontinuierlich gesteigert und erwirtschaften mittlerweile fast den dreifachen Umsatz im Vergleich zum Frühling 2013." Er sei zuversichtlich, dass der Gründer und Gruppen-CEO Henric Larsson, der das Interimsmanagement in Berlin übernimmt, das Unternehmen zusammen mit Drechsler weiterhin erfolgreich in die Zukunft führen wird. Auch werde er dabei helfen, nach einem Nachfolger für ihn als CEO von Chimney Deutschland zu suchen. Welche eigenen beruflichen Pläne Phleps jetzt verfolgt ist noch nicht bekannt. bu
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