Unerwünschter Effekt Anti-Adblock-Aktion der "Bild" spült frisches Geld in die Kasse von Adblock Plus

Freitag, 16. Oktober 2015
"Bild" sperrt Adblocker-Nutzer aus
"Bild" sperrt Adblocker-Nutzer aus
Foto: Axel Springer
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Der Schuss könnte nach hinten losgegangen sein – zumindest bis jetzt. Die Anti-Adblock-Aktion der "Bild" spült frisches Geld in den Werbeblocker-Anbieter Adblock Plus.

Anfang der Woche hat der Axel-Springer-Verlag mit einem ganz besonderen Stunt auf sich aufmerksam gemacht. Besucher der Bild-Webseite, die einen Adblocker im Browser installiert haben, wurden von dem Medium ausgesperrt. Die Strategie dahinter: Adblock-Nutzer sind gezwungen ihre Werbeblocker auszuschalten, um weiterhin Artikel auf Bild.de lesen zu können. "Bild" geht damit einen konsequenten Schritt: Wer nicht zahlt, muss Werbung erdulden. Wer weder zahlt, noch Werbung duldet, hat auf Bild.de nichts mehr verloren.

Bild hofft damit, einige Adblock-Nutzer zu läutern. Die Bild-Aktion hat zweifelsohne für ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit, nicht nur in der Medienwelt, sondern auch in der Community gesorgt. Es folgte jedoch – anders als vermutlich erwartet – eine Solidaritätswelle unter den Adblock-Nutzern.


Das Unternehmen Eyeo, das den Werbeblocker "AdBlock Plus" betreibt, gab jetzt beispielsweise bekannt, dass über die vergangenen Tage überdurchschnittlich viele Spenden bei ihnen eingegangen sein sollen. Eine konkrete Summe wurde jedoch nicht mitgeteilt. Neben dem Whitelisting für Unternehmen, finanziert sich das Unternehmen auch von freiwilligen Zuwendungen. Für das Whitelisting, also der Möglichkeit von Unternehmen sich aus dem Werbeblocker freizukaufen, steht Eyeo seit langem stark in der Kritik.
Die Aktion der "Bild" hat zu einem sprunghaften Anstieg der Spenden an Adblock Plus geführt
Die Aktion der "Bild" hat zu einem sprunghaften Anstieg der Spenden an Adblock Plus geführt (Bild: Grafik Adblock Plus)
Welche Ergebnisse der Axel-Springer-Verlag mit seiner Aktion erzielt hat, ist bis dato noch nicht klar. Es ist gut möglich, dass einige Nutzer für Bild.de eine Ausnahme eingerichtet haben und Werbung sie fortan erreicht. Sollte sich jedoch kein Umdenken eingestellt haben, dürfte der Schritt eher nachteilige Wirkung erzielen. In dem Fall kann von einem Traffic-Abfall ausgegangen werden. Entsprechende Hinweise werden sich spätestens in den kommenden AGOF- und IVW-Reichweitenzahlen ablesen lassen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei t3n

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