Umstrittenes Cover Steinbrücks Stinkefinger rockt das Internet

Freitag, 13. September 2013
Das Magazin liegt der heutigen "Süddeutschen Zeitung" bei (Foto: Alfred Steffen)
Das Magazin liegt der heutigen "Süddeutschen Zeitung" bei (Foto: Alfred Steffen)

Peer Steinbrück sorgt wieder einmal für Schlagzeilen - dieses Mal aber zumindest nicht ganz unfreiwillig. Auf dem Cover des aktuellen Magazins der "Süddeutschen Zeitung" reckt der SPD-Kanzlerkandidat seinen Kritikern den Mittelfinger entgegen. Die politische Konkurrenz zeigt sich entrüstet, Steinbrück selbst gibt sich betont gelassen. Die Reaktionen im Internet sind im übrigen überwiegend positiv. Die Netzgemeinde nimmt die Steilvorlage sogar dankbar auf: Mittlerweile machen die ersten Parodien des Motivs die Runde. Entstanden ist das Bild bereits vor Wochen für die Foto-Interviewreihe "Sagen Sie jetzt nichts" des "SZ Magazins. Auf die Frage: "Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?" gab Steinbrück eine eindeutige Antwort - und reckte seinen Stinkefinger in die Kamera.

Die Geste war offenbar eine sehr spontane Reaktion auf die Frage - Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine habe die Veröffentlichung laut "SZ Magazin" noch verhindern wollen, Steinbrück selbst habe das Bild aber mit den Worten "Nein, das ist okay so" freigegeben. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung kurz vor der Bundestagswahl war laut SZ ebenfalls abgesprochen.

Während sich die politische Konkurrenz dankbar auf das provokative Bild stürzt - "So etwas geht nicht", echauffierte sich zum Beispiel FDP-Chef Philipp Rösler - zollen viele Menschen dem SPD-Politiker Respekt für die Aktion. Auf Facebook, wo die "Süddeutsche" das Cover selbst zur Diskussion gestellt hat, haben sich mittlerweile über 360 User zu dem Bild geäußert. Die große Mehrheit davon positiv: "Daumen hoch für Steinbrücks Finger", schreibt ein User, "Ehrlich und authentisch", meint ein anderer. Spiegel Online ließ seine User über das Cover abstimmen: Knapp 46 Prozent finden das Bild "mutig", etwa 36 Prozent finden es "völlig daneben" (Stand: 13.9., 11 Uhr).

Kritik muss sich eher die "Süddeutsche Zeitung" selbst gefallen lassen: "Nun wird dieses Bild von der Redaktion aus dem Kontext gerissen, erst gezielt auf dem Cover platziert und dann mokiert sich Herr Denkler im Meinungsteil über das Bild?", wundert sich ein langjähriger Leser der Tageszeitung.

Die Netzgemeinde hat das Motiv mittlerweile dankbar aufgegriffen. In dem Tumblr-Blog "Wo Peer seine Finger drin hat", wird das Foto bereits fleißig abgewandelt. Ob Peer Steinbrück mit seiner Geste noch ein paar wankelmütige Wähler auf seine Seite ziehen kann, lässt sich wohl kaum vorhersagen - schaden dürfte ihm das Cover aber vermutlich nicht. dh

Quelle: "Wo Peer seine Finger drin hat"/Tumblr
Quelle: "Wo Peer seine Finger drin hat"/Tumblr
Quelle: "Wo Peer seine Finger drin hat"/Tumblr
Quelle: "Wo Peer seine Finger drin hat"/Tumblr
Quelle: "Wo Peer seine Finger drin hat"/Tumblr
Quelle: "Wo Peer seine Finger drin hat"/Tumblr
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