Umfrage Was Radiosender und Vermarkter für 2015 erwarten

Donnerstag, 27. November 2014
Radio hat nach wie vor einen festen Platz im Tagesablauf vieler Menschen
Radio hat nach wie vor einen festen Platz im Tagesablauf vieler Menschen
Foto: Digitalradio

Die Vermarktungsgespräche für das kommende Jahr sind in vollem Gange. HORIZONT fragt, mit welchen Vorstellungen Radiosender und Vermarkter in die Verhandlung treten.

Oliver Adrian, Geschäftsführer AS&S Radio

Oliver Adrian, AS&S Radio
Oliver Adrian, AS&S Radio (Bild: AS&S Radio)
Radiowerbung verfügt über stabile Reichweiten und eine hohe Mediennutzung. Mit seiner starken Aktivierungs- und Abverkaufskraft kann Radio 2015 durchaus weiter an Bedeutung im Mediamix gewinnen. Nicht zufällig ist Radio, wenn die Konjunktur schwächelt, bei Unternehmen und Werbungtreibenden ein begehrter Treiber für mehr Leistung. Intermedial hat sich Radio mit zahlreichen validen Erhebungen zur Werbewirkung noch einmal deutlich profiliert. Die Gattungsinitiative Audioeffekt ist weithin anerkannt und bietet für Sales- und Brand-Effekte in zahlreichen Branchen eindrucksvolle Erfolgsgeschichten. Daneben wird Radiowerbung auch im Bereich klassischer Imagewerbung wichtiger werden. Die wichtigsten Neuerungen im Vermarktungsportfolio von AS&S Radio werden die Integration von You FM in die erfolgreiche AS&S Radio Deutschland-Kombi Kompakt sein. Erweitert wird zudem die Kombi AS&S Radio Liga Live um das Webradio-Angebot Sport1.fm. Mit dieser Integration haben Werbungtreibende die Möglichkeit, zusätzliche Nutzer im Umfeld erstklassiger Sportberichterstattung anzusprechen.

Florian Ruckert, Vorsitzender der Geschäftsführung RMS

Florian Ruckert, RMS
Florian Ruckert, RMS (Bild: RMS)
Wir rechnen in einem stagnierenden Gesamtwerbemarkt mit intensiven Verteilungskämpfen unter den Gattungen. Radio ist für diesen Wettbewerb gut aufgestellt und hat beste Chancen, zuzulegen. Hier spielen die Reichweitenstärke, Aktivierungskraft und Touchpoint-Vielfalt für viele Werbekunden eine zunehmend wichtige Rolle, auch vor dem Hintergrund der Leistungsverluste anderer Gattungen. Darüber hinaus erlebt Online-Audio aktuell einen Boom mit höchsten Wachstumsraten. Diese Entwicklung wird weiter zunehmen und sich auf mobile Angebote ausweiten. Die Gründe hierfür liegen in mehreren Trends: Erstens wird es für Werbekunden wichtiger, die hoch attraktive mobile Zielgruppe der „Generation Kopfhörer“ gezielt anzusprechen. Zweitens ist die Anreicherung von Daten und die kontaktgenaue Planung im Online-Angebotsmodell ein Treiber. Und drittens erwarten wir als bedeutende Innovationen des nächsten Jahres den Start der Konvergenzwährung und die Teilnahme von Audio an Programmatic Advertising. Beides wird sowohl dem klassischen Radio als auch Online-Audio zu einem Wachstumsschub verhelfen.

Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung Antenne Bayern

Karlheinz Hörhammer, Antenne Bayern
Karlheinz Hörhammer, Antenne Bayern (Bild: Antenne Bayern)
Mit einer Rekordreichweite von über 1,351 Millionen Hörern in der Durchschnittsstunde und über 4,2 Millionen Hörern am Tag geht Antenne Bayern ins neue Jahr. Es freut uns, dass wir mit unserer Vermarktungstochter Spotcom gleich von Januar 2015 an sehr gut auch für den digitalen Werbemarkt aufgestellt sind. Spotcom vermarktet exklusiv alle Online-Audioangebote aus unserem Haus. Das hat für unsere Werbekunden den großen Vorteil, dass sie neben den gigantischen Senderreichweiten auch von unserem 360-Grad-Markenweltansatz profitieren. Der Kunde wird also überall dorthin mitgenommen, wo der Hörer mit der Marke Antenne Bayern in Kontakt kommt. Ich glaube, dass dieser Markenansatz im analogen und digitalen Mix 2015 eine konsequente und erfolgreiche Weiterführung im Werbemarkt findet.

Harald Gehrung, Geschäftsführer Radio FFN

Harald Gehrung, Radio FFN
Harald Gehrung, Radio FFN (Bild: FFN)
Nach einem leichten Plus von 0,8 Prozent in den ersten acht Monaten des Jahres 2014 gehen wir auch für 2015 von einer Stagnation im Hörfunkwerbemarkt aus. Hauptgrund ist die – trotz eines Rückgangs der wirtschaftlichen Indices – hohe Konsumneigung der privaten Haushalte. Das Zinstief für Geldanlagen führt ebenfalls dazu, dass die Verbraucher eher konsumieren als sparen. Nach Fernsehen ist Radiohören mit 90 Prozent der Deutschen zweitliebste Freizeitbeschäftigung. Radio als Abverkaufsmedium Nummer 1 wird daher auch 2015 in den Mediaplänen eine wichtige Rolle spielen. Erstmals vermarktet die Unternehmensgruppe FFN 2015 auch ihr Streaminginventar. Neben unserem Simulcast-Angebot Radio FFN kann man auch die Programme Peppermint FM, FFN-Comedy und den Stream von Energy-Bremen über RMS buchen. Bei den Simulcast-Programmen sind Prestream-, bei Web-only-Angeboten auch Instream-Spots möglich. Ebenfalls aktuell ist unser Spotkalkulator: Über spotangebot.ffn.de können Werbungtreibende und Agenturen ihre Kampagnen selbst planen und optieren.

Olaf Hopp, CEO Radio Energy Deutschland

Olaf Hopp, Radio Energy
Olaf Hopp, Radio Energy (Bild: Energy)
Wir gehen davon aus, dass die Dynamik beim Zuwachs der Online-Werbemöglichkeiten, gerade vor dem Hintergrund der weiter stark steigenden mobilen Nutzung sowie der Targeting-Optionen, noch einmal deutlich zunehmen wird und sich das Medium Radio diesen Marktveränderungen zukünftig noch stärker stellen muss als bisher. Wir antizipieren diese Entwicklung bereits seit einigen Jahren, indem wir unter anderem die Anzahl unserer Web-Channels kontinuierlich ausbauen – aktuell 35 – und entsprechend vermarkten. Dieses Jahr werden wir online voraussichtlich erstmalig über 100 Millionen geolokalisierbare Audiospots ausliefern. Für Energy als nationale Jugendradiomarke ist neben der klassischen Vermarktung der weitere Ausbau unserer Sonderwerbeformen, gerade im Bereich Online Sales, für 2015 ein absoluter Themenschwerpunkt. Losgelöst von der Vermarktung durch die großen Werbezeiten-Vermarkter AS&S und RMS liegt hierin für uns das größte Wachstumspotenzial.

Friedrich A. Menze, Vermarktungschef Regiocast

Friedrich A. Menze, Regiocast
Friedrich A. Menze, Regiocast (Bild: Regiocast)
Radio ist ungebrochen populär, bei Konsumenten und Werbungtreibenden. An dieser hohen Relevanz wird die Gattung auch 2015 nicht verlieren. Im Gegenteil: Wir rechnen mit einem Anstieg des Werbemarktanteils um 3 Prozent bei einem insgesamt stabilen Bruttowerbemarkt. Einen zusätzlichen Schub erwarten wir von der weiteren Integration der Mediaanalyse IP Audio, die seit Anfang des Jahres zusätzliche Zahlen über die Onlinenutzung von Radio liefert. Künftig können wir die Stärke des klassischen Radiogeschäfts noch besser mit hochrelevanten Zahlen des Onlinemarktes verbinden und erhalten so national wie regional neue Vermarktungschancen. Die Programmmarken von Regiocast starten zudem mit einer Vielzahl digitaler Produktinnovationen ins neue Jahr. Mobile- und Bewegtbild- Anwendungen wie beispielsweise Pre-Roll-Spots – Audio und Video – mit hohen TKPs werden künftig auch in unserem neuen App-Angebot ausgerollt. Gleichzeitig erweitern wir die Angebotswelt auf unseren mobilen Sender-Websites, um gepaart mit den starken Reichweiten der Programme insgesamt eine umfassende, crossmediale Vermarktung zu ermöglichen.

Udo Becker, Geschäftsführer Radio NRW

Udo Becker, Radio NRW
Udo Becker, Radio NRW (Bild: NRW)
Der Wettbewerb zwischen den verschiedenen Medien wird im kommenden Jahr keinesfalls nachlassen. Radio als reichweitenstarkes und wirkungsvolles Abverkaufsmedium hat aber gute Chancen, 2015 seinen Platz erfolgreich zu verteidigen und den prozentualen Anteil für Hörfunk im Mediamix sogar noch zu erhöhen. Um dies zu erreichen, ist es zwingend notwendig, die zahlreichen Stärken, die Radio bietet, noch konsequenter herauszustellen und sie zur Basis der gesamten Kommunikation zu machen – sowohl im B-to-B- als auch im Hörermarketing. Nur so wird es uns gelingen, die entscheidenden Punkte zu machen und sie auf dem Radiokonto zu verbuchen. Eine positive Reichweitenentwicklung würde zudem die Position der Gattung Hörfunk unterstützen und ein solides Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg im nächsten Jahr schaffen. Um diese Ziele 2015 zu erreichen, werden wir weiter alle Kraft in die Attraktivität unseres Produkts und in die Qualität unseres Programms investieren.

Meist gelesen
stats