Umbau Condé Nast vereint Print mit Digital und pusht Corporate Publishing / Kennedy geht

Freitag, 12. Dezember 2014
Condé-Nast-Herausgeber Moritz von Laffert strukturiert um
Condé-Nast-Herausgeber Moritz von Laffert strukturiert um
Foto: Condé Nast
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Condé Nast Nelly Kennedy Manufaktur Moritz von Laffert


Den guten Vorsätzen, mit denen die meisten von uns ins neue Jahr starten, gibt Condé Nast schon jetzt den strukturellen Rahmen: Ab 2015 legt der Münchner Verlag seine Print- und Digitalredaktionen zusammen und baut seine Corporate-Publishing-Unit, die "Condé Nast Manufaktur", inhaltlich und personell aus. Die Frau, die die neue Organisation mitentwickelt hat, nimmt mit deren Inkrafttreten allerdings ihren Hut: Digitalchefin Nelly Kennedy verlässt das Unternehmen im Frühjahr 2015.

Kennedy war im Juli vergangenen Jahres zu Condé Nast gekommen, um die Produkt- und Technologiestrategie von Marken wie "Vogue" und "Glamour" sowie des zuletzt in Deutschland gelaunchten Titels "Wired" zu entwickeln. Ab dem neuen Jahr hat sie einen neuen Job, hinterlässt aber eine neue, integrierte Struktur. So sind die Digital-Teams ab 2015 nicht mehr über einen Zentralbereich organisiert, sondern werden inhaltlich im gesamten Unternehmen verankert. Die jeweiligen Chefredakteure übernehmen damit auch die inhaltliche Verantwortung für alle Digitalprodukte ihrer Marke. Die digitalen Redaktionsleiter sollen in den Teams Schlüsselrollen spielen, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt.

Neu aufgebaut wird zudem der Bereich "Business Intelligence & Technology", in dem künftig alle Teams aus den Print- und Digital-Bereichen, die sich mit Datengewinnung und -analyse, Marktforschung, CRM und Technologie befassen, enger zusammenarbeiten. Auch das Ad-&-Campaign-Management für Digital und Print sind dort gemeinsam organisiert. Die Leitung liegt bei Wolfgang Sander, der zudem wie bisher die Condé Nast Manufaktur verantwortet. Die Corporate-Publishing-Unit des Verlags wird 2015 um strategische Marketingberatung ergänzt und mit einem zentralen Videoteam ergänzt, das für interne und externe Marken arbeiten soll.

Integriert und damit auch für externe Kunden zugänglich wird außerdem das hauseigene Fotostudio. In der neuen Form, in die Condé Nast nach eigenen Angaben auch personell investiert, soll die Manufaktur künftig Content-Marketing-Lösungen für alle Kanäle bieten. Herausgeber Moritz von Laffert bezeichnet die Unit als wichtigen Pfeiler innerhalb der Diversifizierungsstrategie seines Hauses. Nun solle die Manufaktur, zu deren Kunden unter anderem Mercedes-Benz, Douglas, und Schwarzkopf gehören, zu einem Kreativ-Dienstleister werden.

Neugründung, die Nächste: Die Stabsabteilung "Strategy and Corporate Development" steuert und entwickelt künftig die übergreifenden strategischen Entscheidungen und Projekte rund um Digitalisierung, Produktentwicklung und Diversifizierung und berichtet direkt an Herausgeber von Laffert. An der Spitze des Bereichs stehen Krischan Lehmann als Director Strategy and Digital Development, und Jan Sobota, Director Strategy and Corporate Development. Lehmann ist seit 2005 in verschiedenen Führungspositionen für den Verlag tätig. Unter anderem verantwortete er markenübergreifend die Produktentwicklung digitaler Angebote. Sobota, der bisher für die M&A-Aktivitäten unter Leitung von Moritz von Laffert in London tätig war, wird neben seiner Funktion in der neuen Stabsabteilung auch weiterhin die internationalen Investment-Aktivitäten betreuen.

Last but not least: In einem neuen "Innovation Lab", das  themenabhängig von intern zusammengestellten, flexiblen Teams besetzt wird, sollen außerdem interdisziplinär Produkte und Erlösmodelle erarbeitet und vorangetrieben werden. "Mit der neuen Struktur schaffen wir den organisatorischen Rahmen dafür, unsere strategischen Ziele noch schneller zu realisieren", beschreibt Condé-Nast-Chef Laffert den Umbau. "Wir stärken unsere Marken, verankern die Prozesse der digitalen Wertschöpfung als Selbstverständlichkeit in jedem Bereich des Unternehmens und wir treiben den Ausbau neuer Erlösfelder voran." Personal will das Haus nicht einsparen – eher aufbauen. kl

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