Udo Foht Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen EX-Unterhaltungschef des MDR

Mittwoch, 09. Oktober 2013
Das Landesfunkhaus Thüringen des MDR in Erfurt (Bild: MDR/Karsten Trepte)
Das Landesfunkhaus Thüringen des MDR in Erfurt (Bild: MDR/Karsten Trepte)


Gegen den ehemaligen Leiter des MDR-Programmbereichs Unterhaltung Udo Foht ist Anklage erhoben worden: Die Staatsanwaltschaft Leipzig wirft ihm Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor - teilweise im besonders schweren Fall. Ebenfalls angeklagt sind ein MDR-Autor und sein Rechtsanwalt. Foht soll den Moderator und Autor des Senders, laut "Welt" handelt es sich dabei um Carsten Weidling, am MDR vorbei finanziell gefördert und dafür Darlehen bei verschiedenen Produktionsfirmen und Managern von Künstlern in Höhe von rund 250.000 Euro aufgenommen haben. Zur Rückzahlung soll eine Produktionsfirma überhöhte Rechnungen gestellt haben - auch gegen deren Geschäftsführer wurde Strafbefehl erlassen, wegen Beihilfe zur Untreue.

Als Foht sich nicht mehr in der Lage gesehen habe, den Mitangeklagten weiter zu finanzieren, habe dieser mit Hilfe seines Rechtsanwaltes Druck auf Foht ausgeübt und gedroht, dessen illegalen Vertragsabschlüsse dem MDR zu melden. "So unter Druck gesetzt, soll dieser einen Vertrag unterschrieben und weitere Gelder eingeworben und gezahlt haben", heißt es in der Anklageschrift. Weidling bezeichnete die gegen ihn erhobenen Vorwurfe gegenüber der "Welt" als absurd.

Fohts Schneeballsystem war Mitte 2011 im Zuge interner Überprüfungen vom MDR eher zufällig entdeckt worden. Zum Jahresende wurde Foht von der Sendeanstalt entlassen, nachdem er sich zuvor auf einen Vergleich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber geeinigt hatte. ire
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