US-Show Wie Jan Böhmermann bei Seth Meyers "zensiert" wurde

Dienstag, 25. April 2017
Jan Böhmermann mit Seth Meyers
Jan Böhmermann mit Seth Meyers
Foto: Late Night With Seth Meyers

Er scherzt über deutschen Humor, lästert über Donald Trump und erfüllt sich einen Kindheitstraum: Satiriker Jan Böhmermann, 36, hat sich bei seinem TV-Debüt in den USA sichtlich wohlgefühlt und das Studiopublikum unterhalten.

"Comedy wurde in Deutschland erst vor zwei Jahren per Referendum legalisiert. Es war ein knappes Ergebnis", meinte Böhmermann in der Show "Late Night With Seth Meyers", die am frühen Dienstagmorgen deutscher Zeit auf dem Sender NBC ausgestrahlt wurde. "Ironie ist immer noch illegal". Gastgeber Meyers, 43, entgegnete: "Hier ist es präsidial."

Den größten Lacher erntete der deutsche Gast, der im Anzug und ohne Krawatte auf dem Gästesofa Platz nahm, mit einem Witz über den US-Präsidenten. Auf die Frage, wie in Deutschland das erste Treffen zwischen Donald Trump und Angela Merkel bewertet worden sei, bei der Trump der Bundeskanzlerin den Handschlag verwehrte, sagte Böhmermann: "Die Medien haben sich vorher gefragt: 'Oh Gott. Wird er sie an die Pussy fassen?' Am Ende waren wir überrascht, dass er nicht mal ihre Hand angefasst hat."

Er spielte damit auf vulgäre Äußerungen des US-Präsidenten aus dem Jahr 2005 an ("Grab Her by the Pussy"), die aufgezeichnet worden waren und für die er im Wahlkampf im vergangenen Jahr viel Kritik bekommen hatte.

Außerdem erfüllte sich Jan Böhmermann bei seinem zehnminütigen Auftritt nach eigenen Angaben einen "Kindheitstraum" und ließ sich im US-Fernsehen "zensieren". Als er mehrfach das Wort "Fuck" sagte, überblendete die Regie den Ausdruck aus der in New York aufgezeichneten Sendung mit einem Piep-Ton.

Böhmermann war mehrere Tage in den USA unterwegs und hat dort unter anderem der renommierten Zeitung "New York Times" ein Video-Interview gegeben. Eine Zusammenfassung seiner Reise wolle er am Donnerstag in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" auf ZDFneo zeigen, kündigte der Moderator auf Twitter an. Der Grimmepreisträger hatte bereits im vergangenen Jahr eine US-Late-Night-Show besuchen wollen. Er sagte den Auftritt aber wegen der Affäre um sein Schmähgedicht auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan ab. dpa

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