UKW-Kette in NRW Metropol FM bekommt den Zuschlag für private Hörfunkkette

Montag, 26. Januar 2015
LfM-Direktor Jürgen Brautmeier
LfM-Direktor Jürgen Brautmeier
Foto: DLM

Der zur Beteiligungsgesellschaft Moira gehörende deutsch-türkische Radiosender Metropol FM geht als Sieger aus dem Rennen um die landesweite UKW-Hörfunkkette in Nordrhein-Westfalen hervor. Das hat die Landesanstalt für Medien (LfM) am Freitag entschieden. Ursprünglich galt das Jugendradio DeinFM der nordrhein-westfälischen Verleger als Favorit.
Zudem hatten sich elf weitere potenzielle Betreiber beworben, darunter bekannte Namen wie BigFM, Radio FFN, Sunshine Live und Energy. Die Ausschreibung war von Anfang an umstritten. In Nordrhein-Westfalen gibt es bislang keine landesweiten privaten Sender. Den Markt teilen sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit 6 Wellen und die 45 Lokalradios. Diese übernehmen stundenweise das Rahmenprogramm von Radio NRW, hinter dem wiederum die Verleger im Pressefunk Nordrhein-Westfalen stehen, sowie RTL Radio Deutschland, aber auch der WDR. Das Jugendradio DeinFM hätte zu 49 Prozent dem Pressefunk gehört, zu 11 Prozent dem Verband lokaler Rundfunk. Die übrigen 40 Prozent standen für die Aufnahme weiterer Gesellschafter bereit. Auch hier waren WDR und RTL Radio im Gespräch. Wäre DeinFM zum Zug gekommen, wäre der Radiomarkt in NRW fest in der Hand der örtlichen Platzhirsche geblieben. Sowohl WDR als auch RTL haben ihren Sitz in Köln.

Dass diese - von der Politik eine Zeit lang - favorisierte Lösung nicht zum Zuge kam, dürfte zwei Gründe haben. Zum einen war eine solche "interne" Lösung schon im Vorfeld scharf kritisiert worden. Zum anderen dürfte die Refinanzierung eines neuen Radiosenders rein über UKW alles andere als leicht fallen. Vorerst geht es nur um elf Frequenzen, die noch kein zusammenhängendes Sendegebiet beschreiben. Darüber ausreichend Hörer und auch Werbegelder zu generieren, um profitabel zu sein, schätzen Marktbeobachter als schwierig ein.
„Nach intensiven Beratungen hat die LfM Metropol FM als den Sender identifiziert, der mehr zur Vielfalt beiträgt als die anderen Bewerber.“
Werner Schwaderlapp
Die LfM hatte die Entscheidung auf ihrer Sitzung am 12. Dezember 214 verschoben, allerdings bereits signalisiert, dass Metropol FM als Gewinner der Ausschreibung hervorgehen könnte. Der Kommissions-Vorsitzende Werner Schwaderlapp begründet ihre Entscheidung wie folgt: "Nach intensiven Beratungen hat die LfM Metropol FM als den Sender identifiziert, der mehr zur Vielfalt beiträgt als die anderen Bewerber." Und LfM-Direktor Jürgen Brautmeier ergänzt: "Die Auswahl von Metropol FM ist eine Bereicherung im Sinne der Vielfalt und keine Entscheidung gegen den Lokalfunk."

Zudem verweist Brautmeier auf die "schwierigen wirtschaftlichen, technischen und strategischen Herausforderungen", vor denen der Lokalfunk steht. Metropol FM ist bereits stark über Kabel verbreitet und zielt im Kern auf 14- bis 49-jährige Deutsch-Türken - eine Hörerschaft, die weder bei WDR noch bei Lokalradios im Fokus steht. Auch im Werbemarkt dürfte es damit zu weniger Konkurrenz kommen, als wenn große Sender wie BigFM oder Energy den Zuschlag bekommen hätten. pap
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