Twitter Deutschland-Chef Thomas de Buhr erwartet signifikantes Wachstum

Freitag, 05. September 2014
Twitter will in Deutschland wachsen
Twitter will in Deutschland wachsen
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Twitter Werbewachstum Google Ali Jafari


Die Analysten zwitschern es von den Börsendächern: Das Kurznachrichten-Netzwerk Twitter braucht Werbewachstum außerhalb der USA, um Kursphantasien zu beflügeln. Im wichtigen deutschen Markt ist dies die Aufgabe des bisherigen Google-Vermarkters Thomas de Buhr. Er baut gerade ein mehr als zehnköpfiges Sales-Team in Hamburg auf. In HORIZONT gibt er sein erstes Interview - und sagt den klassischen Werbemedien den Kampf an.

Thomas de Buhr, seit August Deutschland-Chef von Twitter
Thomas de Buhr, seit August Deutschland-Chef von Twitter (Bild: Foto: Twitter)
"Die Werbekunden hier haben längst verstanden, dass sich die Mediennutzung radikal verschoben hat", sagt Thomas de Buhr: "Früher gab eine Marke bei einem Launch den größten Teil ihres Budgets in den ersten paar Wochen aus - danach war nur noch wenig übrig. Das war effektiv in einer Zeit, in der die Medien die Mediennutzung steuern konnten. Jetzt aber haben die Menschen im Internet die Möglichkeit, selber Informationen zu finden und sich auszutauschen." Daher setzten immer mehr Werbungtreibende auf Online, um dort "kontinuierlich und präzise ihre Zielgruppen zu erreichen", trommelt de Buhr. Für ihn sei Twitter "die beste Zeitung der Welt", weil er sich damit "selbstbestimmt und nicht vorgefiltert von Journalisten" informieren könne, sagt de Buhr. Seit August ist er Geschäftsführer bei Twitter Deutschland. Der 46-Jährige kommt von Google Deutschland, wo er die Zusammenarbeit mit Markenartiklern verantwortete. Zuvor leitete er dort die Vermarktung von Youtube und Display-Werbung. Er berichtet an Ali Jafari, Twitters Head of Sales Europe, Middle East & Africa. Der sagt: "Wir haben auch in Deutschland signifikantes Wachstum vor uns."
Ali Jafari, bei Twitter Head of Sales Europe, Middle East & Africa
Ali Jafari, bei Twitter Head of Sales Europe, Middle East & Africa (Bild: Foto: Twitter)


Zahlen dazu nennt er keine, aber ein paar Daten sind ja bekannt (siehe Kasten unten). In den Bezahlausgaben von HORIZONT (Ausgabe 36/2014 vom 4. September) lesen Abonnenten, warum Jafari und de Buhr nicht an einen Werbepreisverfall im Internet glauben, ihnen die reinen Nutzerzahlen fast egal sind und die Deutschen bisher eher Twitter-Muffel sind - und warum sie Werbung als gleichwertigen Content neben Tweets von interessanten Leuten oder Medien ansehen. rp

Fakten zu Twitter

Weltweit haben sich im 2. Quartal 2014 rund 271 Millionen Nutzer mindestens einmal pro Monat in ihr Profil eingeloggt, 24 Prozent mehr als 2013. Deutschland-Zahlen gibt die US-Firma nicht bekannt; geschätzt sind es nur 3 bis 4 Millionen. Die Aktivität (Timeline Views) pro Nutzer sinkt weltweit. Geld verdient Twitter mit bezahlten Tweets, Accounts und Trendthemen, die im Profil passender Nutzer prominent angezeigt werden. Durch Nutzerzuwachs, globale Expansion und neue Formate wie Videos hat sich der weltweite Werbeumsatz in 2013 auf umgerechnet 450 Millionen Euro mehr als verdoppelt, ebenso im 2. Halbjahr 2014.

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