Twitch Amazon kauft Videoplattform für knapp eine Milliarde US-Dollar

Dienstag, 26. August 2014
Twitch.tv gehört künftig zum Amazon-Imperium (Screenshot: Twitch.tv)
Twitch.tv gehört künftig zum Amazon-Imperium (Screenshot: Twitch.tv)


Prestigeerfolg für Amazon: Der Internethändler kauft für 970 Millionen US-Dollar die Gaming-Plattform Twitch.tv, an der dem Vernehmen nach auch Konkurrent Google großes Interesse hatte. Entsprechende Gerüchte kursierten bereits seit Mai. Branchenkenner spekulieren nun, dass der Suchmaschinenriese sich mit dem Deal zu viel Zeit gelassen habe. Für Amazon hingegen ist es einer der größten Zukäufe überhaupt. Das Start-up Twitch.tv ist noch keine drei Jahre alt. In einer ersten Finanzierungsrunde sammelte das Unternehmen aus San Francisco im Jahr 2012 rund 12 Millionen Dollar ein, im vergangenen Jahr folgten noch einmal 20 Millionen Dollar - und jetzt wechselt Twitch.tv für knapp eine Millarde Dollar den Besitzer. Auf der Plattform können Nutzer in Echtzeit anderen Usern dabei zu sehen, wie sie Videospiele spielen. Eigenen Angaben zufolge hat die Website monatlich über 50 Millionen Nutzer.

Eigentlich wäre ein Twitch-Verkauf an Google die logische Konsequenz gewesen, hätte die Website das Portfolio des Giganten aus Mountain View doch perfekt ergänzt: Twitch.tv hätte die erfolgreiche Live-Komponente werden können, die der Videoplattform Youtube bislang fehlt. Mit Blick auf mögliche Probleme mit Wettbewerbshütern habe sich Google bei der Akquise von Twitch.tv aber bislang zurückgehalten, berichtete das US-Magazin "Forbes".

"Es ist beinahe unglaublich, dass Twitch vor knapp drei Jahren noch gar nicht existiert hat", erklärte Twitch-CEO Emmett Shear laut "Handelsblatt" auf seiner Webseite. Man habe Amazon gewählt, "weil sie an unsere Gemeinschaft glauben", so Shear fest. Das Unternehmen soll weiter arbeiten wie bisher, in eigenen Büros, unter eigener Marke und unabhängig vom neuen Besitzer.

Auch hierzulande gewinnt Twitch.tv immer mehr Anhänger. Mit rund 100 Millionen Visits hat sich die Streamingplattform im Juli in die Top-Ten des IVW-Online-Rankings katapultiert. Am stärksten ist der Youtube-Konkurrent dabei mobil: Mehr als 81 Millionen der Zugriffe, die allerdings zum Großteil aus dem Ausland stammen, kommen von Smartphone und Tablet. fam
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