Tweets mit 10.000 Zeichen Verliert Twitter seine Seele? Ein Schlagabtausch

Mittwoch, 06. Januar 2016
Verliert Twitter mit der 140-Zeichen-Beschränkung seine Seele?
Verliert Twitter mit der 140-Zeichen-Beschränkung seine Seele?
Foto: dfv

Wäre es wirklich gut für Twitter, wenn das 140-Zeichen-Limit fällt? Ingo Rentz und Giuseppe Rondinella aus der HORIZONT-Online-Redaktion haben Argumente dafür und dagegen gesammelt - wobei sich der 10.000-Zeichen-Kritiker auf 140 Zeichen beschränken musste.

Ingo Rentz: Wer etwas in aller Kürze sagen möchte, der kann das auch künftig tun. Es wird ja kein Muss, Tweets mit 10.000 Zeichen Länge abzusetzen. Die Kunst, sich kurz zu fassen, wird deswegen nicht verschwinden.
Ingo Rentz: Nach allem was wir derzeit wissen, werden bei Tweets auch weiterhin 140 Zeichen angezeigt. Alles weitere wird erst hinter einer Art Aufklappmenü sichtbar. Rein optisch wird sich Twitter daher wohl gar nicht so stark verändern.

Ingo Rentz: Was ist so schlimm daran, wenn Messaging-Dienste sich verändern? Wenn wir so sklavisch an einmal eingeführten Begrenzungen festhalten würden, hätte wahrscheinlich auch eine Whatsapp-Nachricht wie eine SMS nur 160 Zeichen. Ganz abgesehen davon, dass 10.000 Zeichen auf Twitter kein Weltuntergang sind: Unternehmen müssen sich weiterentwickeln. Vor allem, wenn sie so unter Druck stehen wie Twitter.

Ingo Rentz: Rückblickend auf die vergangenen Jahre muss man feststellen: Twitter ist dann am stärksten, wenn es um die Begleitung von Ereignissen oder Veranstaltungen in Echtzeit geht. Denken wir nur an die Fußball WM. Die Seele von Twitter ist die Live-Komponente, nicht das 140 Zeichen-Limit.

Ingo Rentz: Bei Facebook gibt es Instant Articles. Viele namhafte Medien nutzen das Tool, um ihre Zielgruppen anders anzusprechen und neue Leser zu erreichen. Wenn etwas ähnliches künftig auch auf Twitter möglich ist, könnte das doch eine Chance für Medienhäuser sein.

Den Autoren auf Twitter folgen: @IngoRentz und @g_rondinella

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