Trauer um Frank Schirrmacher FAZ-Herausgeber überraschend gestorben

Donnerstag, 12. Juni 2014
Frank Schirrmacher wurde 54 Jahre alt (c) Laif / Tim Wegner
Frank Schirrmacher wurde 54 Jahre alt (c) Laif / Tim Wegner

Die Medienbranche trauert um einen ihrer größten Köpfe. Frank Schirrmacher, Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", ist tot. Wie ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET erklärt, ist der 54-Jährige am heutigen Donnerstag überraschend gestorben. Wie am Abend bekannt wurde, starb Schirrmacher an den Folgen eines Herzinfarkts. "Wir sind tief erschüttert und fassungslos. Das ist ein entsetzlicher Verlust für die Frankfurter Allgemeine Zeitung", sagt Mit-Herausgeber Berthold Kohler zum Tode Schirrmachers. Dieser sei "ein großer Journalist" gewesen, der mit seinen Texten wichtige Debatten in Deutschland angestoßen habe. "Im Herausgeberkreis hat er mit seinen Ideen und seiner Energie immer wieder Impulse für die Entwicklung der Zeitung gegeben. Wir werden ihn als Kollegen und Persönlichkeit sehr vermissen", so Kohler weiter.

Schirrmacher war ein echtes "FAZ"-Eigengewächs. Bereits 1984 kam er als Hospitant zu dem Blatt, ein Jahr später heuerte er im Feuilleton der Zeitung an. Im Jahr 1989 beerbte er Marcel Reich-Ranicki als Leiter der Redaktion "Literatur und literarisches Leben". Im Jahr 1994 stieg er schließlich zum Herausgeber der Zeitung auf. In dem Gremium, dem derzeit neben Kohler auch Werner D Inka, Günther Nonnenmacher und Holger Steltzner angehören, trat er damals die Nachfolge von Joachim Fest an. Eine Position, die er bis zu seinem Tode innehatte.

Schirrmacher machte sich auch als Autor außerhalb der "FAZ" einen Namen, etwa mit den Werken "Methusalem-Komplott", "Minimum" sowie Payback und "Ego - Das Spiel des Lebens", die zu Bestsellern wurden. Vor allem aber galt Schirrmacher als einer der größten Vordenker der Medienbranche. Erst kürzlich hatte er sich in einem großen Interview in HORIZONT mit der Zukunft von Medienindustrie und Journalismus auseinandergesetzt - und mit seinen Thesen unter anderem zu Google für Aufsehen gesorgt.

FAZ.NET würdigt Schirrmacher als "einen der scharfsinnigsten und profiliertesten Journalisten und Intellektuellen des Landes, dem auch international große Anerkennung zuteil wurde." Schirrmacher habe die "FAZ" mit einem "feinen Gespür für Zukunftsthemen und einer großen Gabe zur immer inhaltlich fundierten Zuspitzung" früh zum Meinungsführer bei Fragen der gesellschaftlichen Bedeutung der Gentechnik, des demographischen Wandels und der Digitalen Welt gemacht. mas
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