Tour de France ARD und ZDF vor Wiedereinstieg?

Dienstag, 29. Juli 2014
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Sportlich lief es für die deutschen Radfahrer bei der diesjährigen Tour de France so gut wie noch nie: Insgesamt sieben Etappensiege sprangen für Marcel Kittel, André Greipel und Co beim größten Radrennen der Welt heraus - unter anderem bei der prestigeträchtigen Schlussetappe auf der Champs-Élysées. Das und die zuletzt ausbleibenden Doping-Skandale macht die Tour offenbar wieder attraktiver für ARD und ZDF, die 2012 aus der Übertragung ausgestiegen waren. "Auch wir verfolgen die Entwicklungen im Radsport, insbesondere bei der Tour de France, sehr genau und finden es sehr positiv, dass es momentan einen deutschen Nachwuchs gibt, der durch Offenheit und sein klares Bekenntnis zum sauberen Sport und ebenso jüngst durch Erfolge zu überzeugen weiß", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky dem Sport-Informations-Dienst (SID). "Vor diesem Hintergrund werden ARD und ZDF nach der Tour de France 2014 in Ruhe über die Zukunft der medialen Präsenz des Radsports in ihren Programmen beraten." ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz ergänzt, dass "die Erfolge der deutschen Fahrer bei der diesjährigen Tour de France dabei ein wichtiges Thema sein werden."

ARD und ZDF hatten die Tour de France bis 2007 live übertragen, waren dann aber aufgrund von zahlreichen Doping-Skandalen ausgestiegen. Nach einem erfolglosen Intermezzo von ProSiebenSat1 nahmen die Öffentlich-Rechtlichen 2009 zwar wieder Tour-Bilder ins Programm, 2012 war dann aber endgültig Schluss. Seitdem überträgt Eurosport das Rennen live - und das mit für den Spartensender durchaus ordentlichen Ergebnissen: In diesem Jahr sahen nach Auskunft von Eurosport im Schnitt 390.000 Zuschauer in Deutschland die Live-Berichterstattung zwischen 14.30 und 17.30 Uhr (Marktanteil: 3,4 Prozent). Die Reichweiten und der Marktanteil hätten damit knapp unter den Werten des WM-Jahres 2010 gelegen. Insgesamt sahen 8,7 Millionen verschiedene deutsche Zuschauer die Tour bei Eurosport.

Die deutschen Tour-Teilnehmer würden einen Wiedereinstieg von ARD und ZDF in die Live-Übertragungen offensichtlich sehr begrüßen - mit den eigenen Erfolgen sieht man sich angemessen in Vorleistung gegangen: "Das ist ein großes Signal an alle Fans in Deutschland, an die Medien in Deutschland, ohne jetzt ins Detail zu gehen", so Sprinter Marcel Kittel, der zum Abschluss der Tour auf den Champs-Élysées im Zielsprint triumphierte, zum SID. John Degenkolb von Team Giant-Shimano sagte bei Sky Sport News HD: "Wir können den Radsport in Deutschland ein stückweit revolutionieren. Ich hoffe, dass uns jetzt Vertrauen geschenkt wird, die Schritte auch von der anderen Seite gegangen werden und wir wieder Live-Übertragungen haben." ire
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