Tina Beuchler "Wir brauchen eine Nationalmannschaft für Werbewirkung"

Mittwoch, 15. Januar 2014
OWM-Chefin Tina Beuchler (Foto: Stefan Wildhirt/Nestlé Deutschland)
OWM-Chefin Tina Beuchler (Foto: Stefan Wildhirt/Nestlé Deutschland)


Es gibt Themen, die gehen immer – selbst, wenn es um Konvergenz und Werbewirkung geht. Fußball ist ein Beispiel. „Wir müssen von der Bundesliga der Wirkungsforschung, in der es um TV, Print, Online et cetera geht, zu einer Nationalmannschaft finden, damit wir für Gegner wie Brasilien besser gerüstet sind“, forderte OWM-Chefin Tina Beuchler am zweiten Tag des Deutschen Medienkongresses. Damit erneuerte Beuchler, neben ihrer Verbandstätigkeit Head of Media Communications bei Nestlé, nicht nur ihre bereits im vergangenen Jahr geäußerte Forderung nach gattungsübergreifenden Wirkungsnachweisen, sie bekräftigte sie. Zwar seien die Themen Währung und Wirkung mittlerweile angekommen und Inhalte zahlreicher Gespräche, das alleine reiche jedoch nicht: „Ich habe die Sorge, dass wir an dieser Stelle nicht weiterkommen. Wir brauchen einfach noch mehr Aktion.“

OMD-CEO Manfred Kluge ging noch einen Schritt weiter und forderte von den anwesenden Gattungsvertretern auch Committments, Politik beim Thema Wirkungsforschung außen vor zu lassen. Der Hintergrund für die Forderung Kluges: In der Vergangenheit hatte es zwar Gespräche zwischen der Forschungsinitiative Ad Impact Monitor (AIM) und den Gattungen TV und Radio gegeben, die allerdings trotz gegenseitig bekundeter Offenheit ergebnislos geblieben waren. „Wir alle müssen uns darauf konzentrieren, Dinge voranzubringen.“

Wie schwierig das gemeinsame an einem Strang ziehen aber nach wie vor ist, zeigte sich allerdings ebenfalls. „Wenn Sie eine Nationalmannschaft gründen wollen, müssen wir uns erst einmal auf eine Sportart einigen“, kommentierte etwa Paul Mudter, Geschäftsleiter Interactive beim TV-Vermarkter IP die Forderung Beuchlers. Auch Florian Ruckert, beim Radiovermarkter RMS Vorsitzender der Geschäftsführung, gab zu Bedenken, dass die unterschiedlichen Medien mit komplett unterschiedlichen Zielsetzungen gebucht werden würden: „Es macht keinen Sinn, die KPIs von Publikumszeitschriften auf Radio zu übertragen.“

Ruckert plädierte zudem für ein schrittweises Vorgehen, bei dem vor allem auch solche Player hinzu kämen, die sich bisher an keinerlei Wirkungs- oder Währungsgesprächen beteiligten – Google beispielsweise. Bis dahin muss weiter gesprochen werden, zumindest darüber waren sich alle Podiumsteilnehmer einig. kl
Meist gelesen
stats