Neue TV-Spots Die "New York Times" setzt ihre Wahrheitssuche fort

Montag, 24. April 2017
Szene aus dem "New York Times"-Spot mit dem Material von Fotograf Bryan Denton
Szene aus dem "New York Times"-Spot mit dem Material von Fotograf Bryan Denton
© New York Times

Die "New York Times" setzt ihre im Februar gestartete TV-Kampagne fort. Im Vergleich zum Auftaktspot allerdings, der die Suche nach der Wahrheit als zentrale Mission der Zeitung vorstellen sollte, sind die neuen Filme deutlich bildgewaltiger - und damit auch viel eingängiger.
Die beiden Spots, die nun gestartet sind, sollen die schwierigen und teilweise lebensbedrohlichen Bedingungen zeigen, unter denen "NYT"-Reporter und -Fotografen ihrer Arbeit nachgehen und auf diese Weise die Stärken des unabhängigen Journalismus unter Beweis stellen.
Ein Spot bildet die Arbeit des fest bei der "New York Times" angestellten Fotografen Tyler Hicks ab, der im Jahr 2015 auf der griechischen Insel Lesbos ankommende Bootsflüchtlinge kurz nach ihrer Landung fotografiert hat. Noch verstörender wirkt der Spot mit den Fotos des Freelancers Bryan Denton, der 2016 im Irak den Kampf gegen die islamistische Terror-Miliz IS dokumentierte - und dabei Zeuge eines Selbstmord-Attentats wurde.
Zwei weitere Spots sollen folgen: Einer wird die Auswirkungen der Ebola-Epidemie in West-Afrika zeigen, der andere die Folgen der Wirtschaftskrise in Venezuela. Regie führte jeweils Star-Regisseur Darren Aronofsky ("Black Swan"). "Ich hoffe, diese Spots zollen der Arbeit, die diese Menschen geleistet haben und weiter leisten, Tribut", so Aronofsky. Verantwortliche Kreativagentur ist wie gehabt Droga 5.
Die Spots sind im landesweiten US-Fernsehen sowie online zu sehen. Außerdem erscheinen Eigenanzeigen in der gedruckten Ausgabe der "New York Times". "Faktenbasierter, unabhängiger Journalismus ist heute so gefährlich wie nie, gleichzeitig ist er so wichtig wie nie", sagt "New York Times"-Herausgeber Arthur Sulzberger Jr. "Die Times hat sich nie vor Konflikten gescheut, ob es sich nun um Kriegsgebiete, autoritäre Regimes, Epidemien oder Katastrophen handelt - wir wissen, wie man die Story richtig erzählt, wir müssen da sein."

Diese Unerschrockenheit hat die "New York Times" auch deshalb nötig, weil mit Donald Trump seit Beginn des Jahres ein harscher Kritiker der Zeitung im Weißen Haus sitzt. Der US-Präsident lässt kaum eine Gelegenheit aus, der "scheiternden New York Times" per Twitter eine mitzugeben. Die "NYT"-Journalisten schrecke dies jedoch nicht, sondern führe ihnen eher die Bedeutung ihrer Arbeit vor Augen, berichtete Medien-Kritiker Jim Rutenberg kürzlich im HORIZONT-Interviewire
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