Technologie-Trends Deutsche stehen Wearables noch skeptisch gegenüber

Montag, 08. Dezember 2014
Microsoft wirbt für sein Wearables
Microsoft wirbt für sein Wearables
Foto: Microsoft

Die Deutschen stehen nicht unbedingt in vorderster Front, wenn es um die Nutzung neuer Technologien geht. Sie nähern sich der schönen neuen digitalen Welt eher zurückhaltend. Das zeigt unter anderem eine aktuelle Studie des Onlinevermarkters Tomorrow Focus Media, der die wichtigsten Zukunftstrends untersucht hat.
Das Interesse an Wearables, an denen Technologiekonzerne wie Apple, Samsung und Microsoft auf Hochtouren arbeiten, ist danach mit nur einem Drittel der Befragten derzeit eher gering. Nur ein knappes Viertel kann sich vorstellen, tatsächlich eine der vernetzten Uhren, Brillen oder Kleidungsstücke zu kaufen. Für völlig unwahrscheinlich halten das gar knapp 40 Prozent. Als größten Vorteil sehen die von Tomorrow Focus Media im Rahmen der monatlichen Erhebung „Social Trends“ online Befragten den erhöhten Komfort (25,2 Prozent), gefolgt davon, immer alle Informationen verfügbar zu haben und multitaskingfähig zu sein. Fast die Hälfte sieht jedoch gar keine Vorteile darin. Im Gegenteil: Drei Viertel fürchten, mit den Wearables von wesentlichen Dingen abgelenkt zu werden. Deutlich offener stehen die Befragten dagegen dem Trendthema Connected Cars gegenüber. Die Automobilhersteller legen derzeit ein deutliches Augenmerk darauf, ihre Fahrzeuge mit IT, Fahrassistenzsystemen und Kommunikationstechnik auszurüsten. Zwei Drittel der Befragten halten das vernetzte Auto für eine sinnvolle und nützliche Erweiterung, die ihnen Mehrwert bietet. Nur jeder Dritte sieht darin eine sinnlose Spielerei. Bei der Steuerung würde mehr als ein Drittel perspektivisch eine Sprachsteuerung bevorzugen. Via Touchscreen würde gern jeder Vierte sein Auto lenken. Über eine Projektion auf die Frontscheibe – das Head-up-Display – denkt schon jeder Zehnte nach. Einfach so fahren wie bisher möchten 16,4 Prozent.

Befragt nach der Art der Nachrichten rangieren Mobilitätsinformationen wie über die aktuelle Verkehrslage ganz oben (86,2 Prozent), gefolgt von Fahrzeuginformationen (77,3 Prozent). Dafür wären 20,9 beziehungsweise 17,6 Prozent bereit, zu zahlen. Mehr als die Hälfte der Befragten kann sich dagegen nur schwer mit der Vorstellung anfreunden, für die zusätzlichen Services Geld hinzulegen.

Nicht nur mit vernetzten Autos, auch mit dem vernetzten Wohnen hat sich Tomorrow Focus Media beschäftigt. Auch hier ist die Begeisterung im Moment noch verhalten. Ein Viertel findet die Möglichkeiten interessant, die Technologien im häuslichen Umfeld bieten. Für 35 Prozent sind zentrale Steuerung von Multimedia, Heizung, Strom, Licht und Wasser oder die Gewährleistung von Sicherheit und Energieeffizienz über mobile Endgeräte dagegen weniger bis gar nicht interessant. Von denjenigen, die großes Interesse am vernetzten Wohnen haben, geben knapp 70 Prozent an, vor allem Warnsysteme und Alarmanlagen nutzen zu wollen. Die automatische Steuerung von Kaffeemaschine und Beleuchtung ist dagegen nur für jeden Zweiten interessant. Für Warnsysteme wäre die Hälfte bereit, zu zahlen. pap

Mehr dazu in HORIZONT 49 vom 4. Dezember 2014
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